Coronavirus

Vorarlberger Krankenhäuser klar gegen Impfpflicht 

Seit Freitag gilt wegen der Corona-Zahlen in Österreich eine Impfpflicht im gesamten Gesundheitsbereich. Aus Vorarlberg kommen nun Stimmen der Kritik.

Nicolas Kubrak
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Eine Impfpflicht im Gesundheitsbereich könnte laut Zentralbetriebsrat der Vorarlberger Landeskrankenhäuser zu einem Personalmangel führen.
Eine Impfpflicht im Gesundheitsbereich könnte laut Zentralbetriebsrat der Vorarlberger Landeskrankenhäuser zu einem Personalmangel führen.
Getty Images / iStock / Tempura

Der Zentralbetriebsrat der Vorarlberger Landeskrankenhäuser appelliert an die Landespolitik, sich gegen die Impflicht auszusprechen. Ansonsten könne ein Krankenhausbetrieb nicht mehr gesichert werden.

In einer Aussendung am Samstagabend betont Thomas Steurer, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates, dass mit den neuen Corona-Regeln ein Personalengpass drohe. Sollten mehrere hundert Beschäftigte ausfallen, sei ein gesicherter Betrieb in den Spitälern nicht mehr zu gewährleisten.

Der Zentralbetriebsrat appelliert an Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP), sich am Sonntag bei der Sitzung mit der Bundesregierung gegen eine Impfpflicht auszusprechen.

"Umdenken mit Zwang ist nicht zu erreichen"

Steurer geht davon aus, dass bis zu 700 der 6.200 Beschäftigten in den Vorarlberger Krankenhäusern nicht geimpft sind. 

"Wenn sich diese KollegInnen bisher schon nicht impfen lassen haben, dann ist ein Umdenken mit Zwang sicher auch nicht zu erreichen."

Es sei mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass diese Gruppe dann versucht Überstunden und Urlaub abzubauen, oder im schlimmsten Fall kündigen. Das könne man sich personell nicht leisten. "Die verbleibenden KollegInnen werden die Löcher stopfen müssen, obwohl sie bereits am Anschlag arbeiten. Der Betrieb droht zu kollabieren, wenn das Personal ausgebrannt und kraftlos ist," so der Vorsitzende des Zentralbetriebsrates. Er fordert, dass es weiterhin die Möglichkeit des Testens geben muss.

FPÖ klar gegen Impfpflicht

Gegen eine Impfpflicht im Gesundheitsbereich spricht sich auch FPÖ-Landesobmann Christof Bitschi in einer Aussendung am Samstag aus. Ein Personalmangel im Gesundheitsbereich sei ein gefährliches Vorhaben. Man könne es sich nicht leisten, Mitarbeiter zu verlieren. 

Außerdem fordert Bitschi Wallner auch dazu auf, dass sich dieser dafür einsetzt, dass es in Vorarlberg – unabhängig vom Impfstatus – zu keinem Lockdown kommt. Es dürfe niemand für die "Unfähigkeit" der Türkis-Grünen-Regierung bestraft werden.

Wallner wird Entscheidung am Sonntag bekanntgeben

Am Sonntagvormittag findet eine Videokonferenz aller Landeshauptleute Österreichs mit Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) statt. Wallner hat sich bisher noch nicht zu den geplanten Maßnahmen geäußert, er möchte das Treffen abwarten.

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