Vorsicht, dieser 'Bernstein' ist brandgefährlich

An den Stränden der Ostsee werden gelb-goldene Steinchen angespült und von Besuchern eingesammelt. Die Behörden warnen: Es handelt sich um hochgiftige Bombenreste!
Sanftes Meeresrauschen und geschmeidigen Sand ist nicht alles, was Urlaube an den Stränden der Ostsee finden können. Immer wieder werden auch leuchtend gelbe Steinchen angespült – und auch eingesammelt.

Die örtlichen Behörden warnen dringlich davor, diese Steinchen zu berühren, oder gar einzustecken. Denn im Wasser der Ostsee liegen zahlreiche Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Und aus diesen tritt nach wie vor Phosphor aus – und endet dann in Form der gelben Kiesel am Strand. Leider sehen diese manchmal dem wertvollen Bernstein zum Verwechseln ähnlich.

Brandgefahr

Sobald der Phosphor jedoch trocknet, reagiert er mit Sauerstoff, entzündet sich selbst und ist auch mit Wasser nicht mehr zu löschen, warnte die Polizeidirektion Bad Segeberg bereits in einer früheren Aussendung: "In Hosen- und Jackentaschen kann der gefährliche Fund dann zu schwersten Verletzungen führen, wenn der Phosphor mit 1.300 Grad Celsius verbrennt."



CommentCreated with Sketch.0 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. 2017 war einer Spaziergängerin genau das passiert. Die 41-Jährige hatte am Elbstrand einen vermeintlichen Bernstein im nassen Sand gefunden und in eine Jackentasche gesteckt. Kurz fing das Kleidungsstück Feuer. Die Frau hatte Glück und blieb unverletzt, lediglich ihre Jacke war stark beschädigt.

Gegenmaßnahmen

Vermeintliche Bernsteinfunde sollten Sammler und Spaziergänger daher niemals in der Kleidung oder am Körper, sondern in nicht brennbaren Dosen und Behältern aufbewahren und bis zur endgültigen Abklärung feucht halten.

Brennt Phosphor einmal, darf er nicht mit Wasser gelöscht werden, da die Gefahr besteht, dass der Phosphorstaub in feine Ritzen gespült wird und sich nach Verdunstung des Wassers wieder selbst entzündet. Brennender Phosphor wird am besten mit Sand gelöscht.

In Notsituationen sollten sich Opfer bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte ins Meer begeben, bzw. Brandwunden mit feuchtem Sand bedecken. (rcp)

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