Nach Selenskyj-Treffen

Vucic mit Warnung: "Niemand will Frieden sehen"

Nach dem Treffen mit Selenskyj warnt Serbiens Präsident Vučić vor einem "viel, viel größeren Krieg".
Newsdesk Heute
10.08.2026, 09:37
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Nach dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zeichnet Serbiens Staatschef Aleksandar Vučić ein düsteres Bild vom weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs. Eine baldige Friedenslösung erwartet er nicht.

Selenskyjs Besuch in Belgrad sorgte für Aufmerksamkeit, gilt Vučić doch als Verbündeter von Kremlchef Wladimir Putin. Russische Propagandisten werfen dem serbischen Präsidenten nun vor, die Partnerschaft mit Moskau verraten zu haben.

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Vučić erklärte hingegen, beim ersten Besuch Selenskyjs in Belgrad seit dessen Amtsantritt 2019 sei es um ein bilaterales Freihandelsabkommen und humanitäre Hilfe für die Ukraine gegangen. Eine Zusage für Sanktionen gegen Russland vermied er. Selenskyj nannte zudem gemeinsame Infrastrukturprojekte sowie die Energie- und Ernährungssicherheit für den kommenden Winter als Themen.

"Am Rande eines viel, viel größeren Krieges"

Tags darauf betonte Vučić im Podcast von Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner: "Ich bin nicht hier, um es den Russen, Ukrainern oder irgendjemand anderem recht zu machen – außer den Serben. Serbien ist keine Marionette irgendeines anderen Landes auf der Welt."

Zum Ukraine-Krieg äußerte er sich pessimistisch: "Ich glaube, dass wir am Anfang eines größeren Krieges stehen. Und deshalb hatte ich gehofft, dass inzwischen jemand anderes etwas getan hätte, um Frieden zu schaffen. Das ist nicht geschehen, und es wird auch nicht bald geschehen, was bedeutet, dass wir am Rande eines viel, viel größeren Krieges stehen."

Als Grund für die festgefahrene Situation sieht Vučić mangelnde Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. "Wenn Sie die heutige Situation analysieren, glaube ich, dass niemand Frieden sehen will. Jeder will die Niederlage der anderen Seite sehen", sagte er.

"Ich weiß nicht, wie man gegen Russland gewinnen kann"

Auch an die westlichen Unterstützer der Ukraine richtete er eine Warnung: "Ich würde nicht auf die völlige Erschöpfung der russischen Truppen warten. Ich weiß nicht, wie man gegen Russland gewinnen kann"

Zwar sei die Ukraine von Russland überfallen worden, zugleich warf Vučić europäischen Staaten hybride Kriegsführung gegen Moskau vor: "Sie haben die Ukraine aufgerüstet und Russland mit Sanktionen belegt. Gleichzeitig haben Sie die Ukraine finanziell unterstützt – was ist das, wenn nicht ein hybrider Krieg gegen Russland?"

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