Buckelwal in der Ostsee

Wal-Drama vor Poel – Helfer warten verzweifelt auf Boot

Seit Wochen kämpfen Retter um einen gestrandeten Buckelwal vor der deutschen Ostsee-Insel Poel. Jetzt soll ein Spezialschiff das Tier retten.
Newsdesk Heute
26.04.2026, 15:32
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Das wochenlange Drama um einen gestrandeten Buckelwal vor der Ostseeinsel Poel geht in die entscheidende Phase. Die Retter warten nun auf die Ankunft eines Spezialschiffs, das den Meeressäuger in die Nordsee transportieren soll.

Die sogenannte Barge sei am Sonntagmorgen bei Geesthacht nahe Hamburg losgefahren und werde "demnächst" ankommen, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) am Sonntag vor Ort. Der eigentliche Transport könnte möglicherweise am Dienstag oder Mittwoch starten.

Der ursprünglich im Atlantik heimische Buckelwal irrt seit Anfang März vor der deutschen Ostseeküste umher, strandete mehrfach und verfing sich in Netzen. Seit knapp vier Wochen liegt er in einem engen Seitenarm der Wismarer Bucht auf Grund.

Private Initiative kämpft um das Tier

Eine von Unternehmern finanzierte private Rettungsinitiative bemühte sich in einer in Deutschland bislang einmaligen Aktion um die Rettung des Wals. Die Helfer flogen unter anderem mehrere Walexperten aus den USA und Norwegen ein. Die Behörden hatten den verletzten und mutmaßlich kranken Wal bereits vor einem Monat aufgegeben.

Die Helfer gruben in den vergangenen Tagen eine mehr als hundert Meter lange Verbindungsrinne vom Liegeplatz des Wals zum Fahrwasser. In dem Spezialschiff soll das Tier wie in einem Becken transportiert werden.

Wal laut Experten transportfähig

Laut Walexperten vor Ort sei das Tier weiterhin "in einem relativ guten Zustand", sagte Minister Backhaus. Verletzungen der Haut regenerierten sich, und der Wal atme regelmäßig. Die Energiereserven des Säugers seien noch "ganz gut". Das Tier sei "transportfähig" und werde "nicht von heute auf morgen sterben".

Während die Rettungsaktion vorbereitet wird, fordern einige Tierschutzorganisationen allerdings die Euthanasie des Tieres. Die Whale and Dolphin Conservation erklärte, dies sei "die einzig vertretbare Maßnahme". Minister Backhaus wies die anhaltende Kritik an den Rettungsversuchen zurück.

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