Ein Millionen-Geschäft mit Rumänien endet für eine steirische Firma im Konkurs – das ist jetzt leider amtlich. Die "AL Corporate GmbH" lieferte im Jahr 2023 Photovoltaik-Zubehör im Wert von mehr als 22 Millionen Euro nach Rumänien. Doch in der Steiermark kamen laut Angaben nur rund 800.000 Euro an.
Der Rest des Geldes blieb aus. Dabei soll das Geschäft von der EU mit bis zu 90 Prozent gefördert worden sein. Nun ermitteln die Europäische Staatsanwaltschaft und die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien. Es geht um Betrug und Fördermissbrauch, das berichtet die Kleine Zeitung.
Vermutet wird, dass Geld über Zwischenhändler in den rumänischen Wahlkampf geflossen sein könnte. Auch hochrangige Politiker könnten darin verstrickt sein, so die Kleine Zeitung. Die Ermittlungen laufen weiter.
Im Frühling 2025 stellte die "AL Corporate GmbH" die Lieferungen ein. Am Dienstag brachte Geschäftsführer Julian Kalcher selbst den Konkursantrag beim Landesgericht für Zivilrecht in Graz ein. Die 2021 gegründete Firma mit Sitz in Graz war laut Gläubigerschutzverband Creditreform auf die Entwicklung und Umsetzung von Photovoltaikprojekten spezialisiert. "Sie wurde eigens für das Export-Geschäft in Rumänien gegründet", sagt Kalcher in der Kleinen Zeitung.
Die Zahlen zeigen, wie dramatisch die Lage ist: Den Passiva von 7,22 Millionen Euro stehen nur Aktiva von 53.380 Euro gegenüber. Das Unternehmen wird auf Antrag von Kalcher geschlossen. Betroffen sind 26 Gläubiger, vor allem Banken und Versicherungen.
Für die anderen Gesellschaften des Unternehmers soll der Konkurs aber keine direkten Folgen haben. Kalcher hatte bereits mit 21 Jahren die "Apfelland Energie" in St. Ruprecht an der Raab gegründet. Auch die Dachgesellschaft "Navitas Holding" und weitere Firmen sollen weiterarbeiten.
"Diese eine Gesellschaft wird zivilrechtlich abgewickelt. Das Tagesgeschäft in den anderen Gesellschaften läuft aber normal weiter", verspricht der betrogene Unternehmer. Es gebe zahlreiche nationale und internationale Projekte.