Im Missbrauchsskandal um einen Grazer Internisten kommen immer neue Details ans Licht. Laut einem Bericht soll das jüngste bekannte Opfer des Arztes erst 14 Jahre alt gewesen sein und das Erlebte bis heute nicht verarbeiten können. Darüber berichtet die "Krone" am Montagabend.
Die Jugendliche war gemeinsam mit ihrer Mutter wegen gesundheitlicher Beschwerden beim Mediziner. Die Mutter zeigte sich später vom Verhalten des Arztes schockiert. In einem Beschwerdebrief hielt sie unter anderem fest, dass er ihrer Tochter geraten habe, einen Joint zu rauchen. "Das ist ja nichts Schlimmes", soll er gesagt haben.
Während der Untersuchung war die 14-Jährige alleine mit dem Arzt im Behandlungsraum. Was dort geschah, konnte sie später nicht schildern. "Ich kann mich nicht erinnern", gab sie an. Nach dem Termin sei sie verstört gewesen und habe sich lange nicht mehr zu einem Arzt getraut.
Dem Internisten wird vorgeworfen, Patientinnen über Jahre hinweg heimlich gefilmt und auf einem Gynäkologenstuhl missbraucht zu haben. Laut bisherigen Erkenntnissen sollen einige Frauen während internistischer Eingriffe sogar sediert gewesen sein.
Für die Aufnahmen soll sich der Arzt gegenüber der Polizei damit gerechtfertigt haben, dass die Patientinnen mündlich zugestimmt hätten. Seine Begründung: "Weil Frauen immer alles dokumentiert haben wollen."
Bislang sind den Ermittlern acht mutmaßliche Opfer bekannt. Diese konnten anhand von Kalendereinträgen und Zeitstempeln der Aufnahmen identifiziert werden. Das sichergestellte Material lässt jedoch vermuten, dass deutlich mehr Frauen betroffen sein könnten.