Überwachungskamera aus Colorado zeigt schockierende Hunde-Attacke auf einem Parkplatz. Ein Hund taucht scheinbar aus dem Nichts auf und stürzt sich gezielt auf ein fünf Jahre altes Mädchen, das neben mit seinen Eltern über den Parkpatz spaziert. Das Kind überlebt mit "moderaten Verletzungen", der Terrier-Mix wurde laut Medienberichten eingeschläfert.
"Heute" hat Hundetrainerin Karin Engleitner von der Hundeschule Martin Rütter DOGS in Wien gebeten, den Vorfall zu analysieren. (Soweit das über ein Video ohne weiteres Hintergrundwissen zu Hund oder Halter möglich ist). Hunde-Expertin Engleitner, die sich auf aggressive Hunde spezialisiert hat, ist selbst überrascht und schockiert vom Verhalten des Hundes.
Hundetrainerin Karin Engleitner
Hundeschule Martin Rütter DOGS
Web: martinruetter.com/wien
Facebook: facebook.com/karin.engleitner
Facebook: facebook.com/DOGSWien
E-Mail: [email protected]
Ich sehe ein derartiges Verhalten erst zum zweiten Mal in meinem Leben. So etwas kommt sehr selten vor. Die einzige Erklärung, die ich für realistisch halte, ist fehlgeleitetes Jagdverhalten. Wir sagen dazu "fehlgeleitetes Beutefang-Verhalten".
Es gibt leider Hunde, die nicht mehr zwischen Mensch und ihrem "gewöhnlichen Beutetier" unterscheiden. Dass ein Mensch zur Beute wird ist sehr ungewöhnlich. Der Hund könnte darauf trainiert worden sein, Personen/Tiere zu attackieren. Die Attacke sieht wahnsinnig gezielt aus. Beispielsweise Schutzhunde werden für genau so etwas ausgebildet. Unfälle kommen da vor. Aber gerade im Schutzhunde-Bereich kommt da nichts nach außen.
Der Hund in dem Video zeigt Jadverhalten: 1.) Zuerst orientiert er sich 2.) dann fixiert er 3.) Das Anschleichen lässt er aus. Er startet gleich los (das nennen wir "Jagdgalopp"; bedeutet: Der Hund rennt direkt und geradlinig auf "Beute" zu 3) Er attackiert gezielt den Hals-Nacken-Bereich. 5) Dann "zupacken, zerreißen, schütteln" um die "Beute" zu erlegen.
Ich weiß nicht warum, das kann ich nur spekulieren. Vielleicht dachte der Hund, das Kind ist ein zu kleiner Mensch, das könnte/muss ein Tier (Beute) sein.
Das einzige Mal, dass ich so ein Verhalten bei einem Hund gesehen habe ist Jahre her und ebenfalls ein Video aus Amerika.
Auch hier zeigte der Hund, vermutlich ein Streuner, fehlgeleitetes Jagdverhalten: Er sieht das Kind, fixiert es, schleicht sich an und attackiert es. Zum Glück mischte sich eine Katze ein. Sie vertreibt den Hund und rettet damit das Kind.
Es ist schwer ich weiß - aber in so einer Situation sollte man nie einfach anreißen bzw. die Betroffenen auseinanderreißen. Immer versuchen so ruhig wie möglich zu bleiben - zumindest nach außen. Umso lauter und hektischer man wird, desto mehr Druck kann sich aufbauen. Das bringt nichts. Ich sage zu meinen Kunden immer: "Innerlich könnte ihr weinen und schreien, aber nach außen versucht das zu machen, "was Karin mir gesagt hat".
Richtiges Verhalten: Immer versuchen beide zu fixieren, einer hält das Kind, einer kümmert sich um den Hund. Am besten sollte man versuchen sein Maul zu öffnen und ihn auf diese Art wegzubekommen. Wenn das Maul geschlossen ist während man anzieht, reißt man das Fleisch mit.
Die Eltern und Menschen in dem Video haben sehr gut reagiert. Man sieht auch, dass der Hund nach der Attacke einfach davonläuft, ohne einen der Erwachsenen zu attackieren
Das Verhalten könnte man zwar noch umleiten, aber die Sicherheit, dass das nicht nochmal vorkommt, hätte man nie. Die Besitzer könnten den Hund niemals entspannt ableinen oder mit ihm Spazierengehen. So hart es klingt, den Hund einzuschläfern ist die richtige Lösung.
QUIZ: Wie gut verstehst du deinen Hund wirklich? Finde heraus, ob du die Körpersprache deines Hundes richtig deuten kannst.
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