Die Speicherkrise hat den Smartphone-Markt voll erfasst. Die Preise für neue Handys klettern in ungeahnte Höhen - und ein Ende ist nicht in Sicht. Grund dafür ist der massive Bedarf an Speicherchips für KI-Rechenzentren.
"Gestern war der beste Zeitpunkt, sich ein neues Gerät zuzulegen", warnt Carl Pei, Mitgründer von OnePlus und Chef des Smartphone-Herstellers Nothing. "Der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt."
Wie heise.de berichtet, ist Speicher mittlerweile die teuerste Komponente in einem Smartphone - teurer als der Prozessor, teurer als das Display. Er kann mehr als 50 Prozent der gesamten Hardwarekosten ausmachen.
Der Hintergrund: Dieselben Speicherchips, die in Handys verbaut werden, kommen auch in KI-Rechenzentren zum Einsatz. Durch den KI-Boom stehen Smartphones damit erstmals in direktem Wettbewerb mit der künstlichen Intelligenz - und ziehen den Kürzeren.
Die Zahlen sind alarmierend: Bei Nothings Mittelklasse-Modell Phone (4a) haben sich die Speicherkosten zwischen Produktionsreife und Markteinführung verdoppelt - und danach noch einmal.
Nicht nur kleinere Marken leiden unter der Krise. Auch Xiaomi-Chef Lei Jun bezeichnet die aktuelle Entwicklung als "verrückt" und warnt, dass die Preise in den nächsten zwei Jahren weiter steigen werden.
Seit Februar kommen neue Smartphones auf den Markt, die bis zu 100 Dollar teurer sind als ihre Vorgängermodelle. In einigen Märkten betragen die Preisaufschläge bereits über 60 Euro.
Die Speicherkrise trifft übrigens nicht nur Handys: Sony hat den Preis für die PlayStation 5 bereits zum dritten Mal erhöht, Nintendos Switch 2 kostet bald über 500 Euro, und Valve verlangt für das Steam Deck OLED statt 570 nun 780 Euro.