Warum #DeleteFacebook vielen so schwerfällt

Im Netz rufen Nutzer wegen des Daten-Skandals zum Löschen des Facebook-Accounts auf. Für viele ist das keine Option – die Gründe.

"Likes" gibt es für Facebook derzeit keine. "Gefällt mir nicht", lautet die Devise. Ein riesiger Shitstorm hat Facebook im Griff. Grund ist der Daten-Skandal. Millionen Facebook-Nutzer sind stinksauer und fühlen sich von Gründer Mark Zuckerberg verraten.

Auch auf Twitter poltern die User gegen Facebook. Unter dem Hashtag #DeleteFacebook wird zum kollektiven Account-Löschen aufgerufen. Das ist vielleicht schnell gemacht. Doch was dann? Wie sieht die Alternative aus? Wie weiß ich ohne Facebook, was meine Freunde machen? Wir sagen, warum einem das Löschen des Accounts so schwerfällt.

• Wenig Alternativen

Für viele Nutzer gibt es wenige Alternativen zu Facebook. Zwar gibt es Snapchat, Twitter oder Instagram, das Facebook gehört. Auf diesen Plattformen kann man dieses oder jenes machen. Doch kein Dienst deckt das große Spektrum ab, das Facebook bietet: Fotos und Videos teilen, chatten, gamen, News lesen oder Informationen über Freunde erhalten.

• Gruppendruck

Facebook hat rund zwei Milliarden aktive Nutzer. Ist man selber nicht im Netzwerk vertreten, kennt man zumindest Dutzende andere, die es sind. Und diese sind dort in der Regel mit all ihren Freunden "befreundet". Kurz gesagt: Fast alle sind auf Facebook. Diese Community verlässt man ungern. Klar kann man zu Google+ wechseln. Dann müsste man aber alle mitziehen – ein schwieriges Unterfangen. Also beugt man sich dem Gruppendruck, wenn man nicht im Abseits stehen will.

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• Macht der Gewohnheit

Facebook ist für viele Nutzer ein integraler Bestandteil des Alltags. Das gilt vor allem für die Generation über 30. Sie ist mit dem Netzwerk groß geworden. Der tägliche Blick auf Facebook ist daher ein Reflex. Ein Löschen des Accounts käme für viele einer Amputation gleich.

• Teil der Identität

Aktive Nutzer teilen, kommentieren und kommunizieren auf Facebook. Selber hat man hunderte von Fotos geteilt – von den Ferien, vom Ausgehen oder vom Konzert. Das Profil ist ein Teil der eigenen Identität geworden. Diesen gibt man ungern auf.

• Informationen und Termine

Facebook ist eine große Agenda. Der Sportverein, die Lieblingsband, die Heimatstadt oder der eigene Arbeitgeber geben wichtige Termine bekannt. Die Informationen sind auf einer Plattform gebündelt. Wer nichts verpassen will, abonniert oder liket. Viele nutzen Facebook zudem als erste Adresse für das Lesen von Artikeln oder das Entdecken neuer Musik.

• Selbstdarstellung

Wo sonst kann man seine eigene Person vom Bett aus ins Rampenlicht stellen? Ob mit einem Video, dem Ferienfoto, dem politischen Kommentar oder dem Hinweis auf die eigene Vernissage – nie ging Selbstinszenierung einfacher. Die Likes sind dann noch das Zückerchen auf dem Ego-Häubchen. Für alle, bei denen der Casting-Show-Zug längst abgefahren ist – Facebook gibt einem wenigsten die Hoffnung, man könnte es noch schaffen.

• Neue Passwörter erstellen

Wer den Facebook-Account löscht, tritt unter Umständen eine Passwort-Lawine los, denn viele Nutzer sind bei Apps und Websites mit der Facebook-ID angemeldet. Ohne Facebook-Account muss man daher neue Nutzernamen und Passwörter erstellen. Und von denen hat man ja schon genug vergessen.

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