Im Sommer lockt das kühle Nass, aber was tun, wenn plötzlich die Blase drückt und keine Toilette in Sicht ist? Schnell mal ins Wasser pinkeln scheint praktisch - doch je nach Gewässer kann das ganz unterschiedliche Auswirkungen haben.
Im Schwimmbad reagiert das Chlor im Wasser mit Urin, Schweiß und Kosmetikprodukten. Dabei entstehen sogenannte Chloramine - chemische Verbindungen, die bei manchen Menschen Augen, Haut und Atemwege reizen können.
Besonders problematisch: Bei der Reaktion von Chlor mit Harnsäure bilden sich flüchtige Desinfektionsnebenprodukte wie Chlorcyan, schreibt chip.de. Das ist auch der Grund für den typischen Schwimmbad-Geruch, der umso stärker wird, je mehr Urin im Wasser ist.
In Badeseen sorgt Urin für zusätzliche Nährstoffe im Wasser. Das kann das Algenwachstum begünstigen und die Wasserqualität verschlechtern - wie stark, hängt allerdings von vielen weiteren Faktoren ab.
Im offenen Meer ist Urin hingegen meist unproblematisch, weil er sich dort schnell verdünnt. Eine wichtige Ausnahme sind jedoch Korallenriffe: Der im Urin enthaltene Stickstoff kann hier das Wachstum von Algen fördern, die den Korallen das Licht entziehen.
Auch mögliche Medikamentenrückstände im Urin können empfindliche Ökosysteme belasten. In der Nähe von Korallenriffen sollte man deshalb grundsätzlich auf das Pinkeln im Wasser verzichten.