Warum Sellner für den Messenger Telegram wirbt

Martin Sellner setzt, wie auch andere Vertreter der neuen Rechten, vermehrt auf den Dienst Telegram.
Martin Sellner setzt, wie auch andere Vertreter der neuen Rechten, vermehrt auf den Dienst Telegram.Bild: picturedesk.com
Anhänger der neuen Rechten wechseln scharenweise zum Messenger Telegram. Das steckt dahinter.

Sich von den "Fesseln" von Diensten wie Facebook, Twitter und Instagram befreien: Diese Empfehlung stammt nicht aus einem Digital-Detox-Ratgeber, sondern vom Chef der österreichischen Identitären.

Martin Sellner ruft seine Anhänger in einer Videobotschaft dazu auf, zum Messenger Telegram zu wechseln. "Du bist Avantgarde, du bist Vorhut, du bist eine neue Form des Medienkonsumenten, nämlich mündig und aktiv", sagt er darin laut dem deutschen Nachrichtenportal Bento.de.

"Katakomben des Infokriegs"

Die rechte Spendenseite einprozent.de zitiert Sellner und rührt ebenfalls die Werbetrommel für den Messenger: "Ungefiltert und ohne Zensur: Telegram ist die Plattform für Patrioten!", heißt es auf der Seite. Plattformen wie Youtube, Facebook und Instagram löschten hingegen "munter, was nicht in die politische Agenda passt".

Folgerichtig müssten sich die Patrioten in den digitalen Untergrund, in die "Katakomben des Infokriegs", begeben, empfiehlt das Portal, das sich selber als "Deutschlands größtes patriotisches Bürgernetzwerk" bezeichnet. Auch zahlreiche andere Exponenten der neuen Rechten werben auf der Seite für einen Wechsel zu Telegram.

Sellners Social-Media-Kanäle wurden in der Vergangenheit schon mehrfach gesperrt.

Auch "Islamischer Staat" nutzte Messenger

Der Politikberater und Social-Media-Experte Martin Fuchs sagt gegenüber Bento.de: "Die Neue Rechte behandelt Telegram als eine Art dunkles Massenmedium." Er verweist jedoch darauf, dass der Trend nicht nur in rechten Kreisen weg vom öffentlichen Netz, hin zu geschlossenen Systemen gehe. "Viele Social-Media-Nutzer sind durch die Datenleaks der jüngsten Zeit verunsichert, gleichzeitig bemühen sie sich wieder um persönlicheren Austausch im Netz."

Der Dienst Telegram gilt als besonders sicher. Er verfügt sowohl über offene Kanäle als auch über geheime Chats. Bekannt ist, dass auch die Terrormiliz "Islamischer Staat" lange auf den Messenger setzte.

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