Was den rechtsextremen Terroristen antrieb

Tarrant streamte sein Attentat.
Tarrant streamte sein Attentat.Bild: Reuters
Gegen Brenton Tarrant wurde Mordanklage erhoben. Er selbst beschrieb, wie er zum rechtsextremen Terroristen wurde.
Brenton Tarrant behauptet, ein 28 Jahre alter Australier zu sein und aus Fremdenhass gehandelt zu haben. In seinem wirren Manifest gibt Tarrant die Hintergründe seiner Tat preis. Ursprünglich sei er ein Kommunist und Anarchist gewesen, bevor er zum Faschisten wurde, schreibt er.



Terrorplan in Europa gefasst



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In der Zeit zwischen April und Mai 2017 sei sein Plan für die Wahnsinnstat gereift. Damals reiste Tarrant nach eigenen Angaben als Tourist durch Westeuropa. Das Geld dafür habe er bei „Bitconnect", einem Pyramidenspiel mit Krypto-Währung, verdient. Außerdem habe er als „Personal Trainer" in einem Fitness-center gearbeitet. Er habe „Frankreich, Spanien, Portugal und andere Staaten" besucht.

Rache für Islamisten-Anschlag





Am 7. April 2017 habe ihn dann eine islamistische Terrorattacke in Schweden erstmals auf die Idee eines eigenen Anschlags gebracht. In Schweden starb damals die elfjährige Schülerin Ebba Akerlund, als ein abgelehnter usbekischer Asylwerber mit einem LKW durch eine Einkaufsstraße donnerte. Der Tod der schwerhörigen Schülerin habe seine bisherige „Tatenlosigkeit mit dem Vorschlaghammer zerstört".

Umgeben von "Invasoren"





Den endgültigen Anstoß habe dann seine Reise durch Frankreich gegeben. „In jeder französischen Stadt waren bereits Invasoren", schreibt er. Auf dem Parkplatz eines Shopping-Centers in Ost-Frankreich habe er „doppelt so viele Invasoren wie Franzosen" gesehen, meldet Tarrant allen Ernstes. Er habe den „verfluchten Platz" in „großem Ärger" verlassen. Auf einem Soldatenfriedhof des Ersten Weltkrieges sei er dann „weinend im Auto gesessen" und habe sich gefragt, „ob diese vergessenen Toten umsonst gestorben seien". Tarrant verrät nicht, ob es sich bei den Toten um deutsche oder französische Gefallene gehandelt hatte.

Rat vom "Tempelritter Breivik"





Jedenfalls sei ihm dort schlagartig klar geworden, dass er „etwas tun müsse". Er wollte „Gewalt anwenden".



Tarrant habe dann auch noch mit den „wiedergeborenen Tempelrittern" des norwegischen Massenmörders Anders Breivik (Foto) „Kontakt aufgenommen" und sich "beraten" lassen. Schließlich habe er mit dem Computerspiel „Fortnite" das Töten seiner Gegner trainiert. Seine großen Vorbilder seien der italienische Neonazi Luca Traini, der US-Killer und Rassist Dylann Roof und eben auch Breivik, der „Justiziar der Tempelritter".

Mordaufruf an Merkel und Erdogan





Tarrants „großes Ziel" war, „Unruhe zu schaffen". Außerdem ruft er noch zum Mord an der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, dem türkischen Präsidenten Tayyip Recep Erdogan und dem Londoner Bürgermeister Sadiq Kahn auf. Kämpfer für seine Sache sollten stets „den Tod riskieren", schrieb der Mann. Er selbst wolle aber überleben, „um weiter gegen Invasoren auftreten zu können".

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(GP)

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