Mehr als 40 Tote

15. März 2019 10:47; Akt: 15.03.2019 11:40 Print

"Vienna 1683" auf Waffe des Moscheen-Killers

Ein Trommelmagazin des mutmaßlichen Terroristen zeigt die Aufschrift "Vienna 1683" – und bezieht sich wohl auf die Zweite Wiener Türkenbelagerung.

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Der mutmaßliche rechtsextreme Terrorist Brenton Tarrant soll in Neuseeland mindestens 49 Menschen ermordet haben. Seine kranken Motive inszenierte er über die Sozialen Medien. Auf seinem mittlerweile gelöschten Twitter-Account soll er noch zwei Stunden vor dem Blutbad ein Manifest mit dem Titel "The Great Replacement" verbreitet haben, in dem er sich unter anderem auf die Zweite Wiener Türkenbelagerung bezieht.

Auch mehrere Fotos von Waffen, die in sozialen Netzwerken aufgetaucht sind, werden Tarrant und seinem Twitter-Account zugerechnet. In weißer Farbe und verschiedenen Sprachen soll der Killer Widmungen darauf angebracht haben, sie beziehen sich auch auf Wien.

Auf einem der Bilder ist ein Trommelmagazin mit der Aufschrift Vienna 1683 zu sehen – im September jenes Jahres beendete die Schlacht am Kahlenberg die Zweite Türkenbelagerung. Ein weiterer Bezug zu Österreich stellt die Aufschrift "Sebastiano Venier" dar. Es handelt sich dabei um einen Dogen von Venedig, der 1571 in der Schlacht von Lepanto unter Johann von Österreich die Osmanen besiegte.

Schütze streamte Tat ins Netz

Es wäre nicht das erste Mal, dass Rechtsextreme das Gedenken an die Schlacht am Kahlenberg für ihre Zwecke instrumentalisieren. Die sogenannte "Identitäre Bewegung" hatte 2017 mit einem Marsch für Aufregung und eine Gegendemonstration gesorgt.

Moscheen-Angriff in Christchurch

"Kill Merkel"

In seinem Manifest forderte Tarrant unter anderem, Angela Merkel, Recep Tayip Erdogan und Sadiq Khan, der Bürgermeister von London, müssten getötet werden. Er kritisierte weltweite Migrationsbewegungen und den Islam. Auf Twitter verbreitete er immer wieder Links zu Artikeln, in denen über Ausländerkriminalität berichtet wurde – aber auch einen Artikel der "Deutschen Welle", der die mögliche Gründung eines rechtsextremen Netzwerks in der Bundeswehr thematisierte..

Zu seinen Vorbildern gehörten offenbar auch Anti-kommunistische Kämpfer zu Zeiten des Kalten Kriegs in den sowjetisch besetzten Staaten: "Gott behüte die Gefallenen", schrieb er dazu in einem Tweet.


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Fotos: Der Wien-Bezug des Moscheen-Killers

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 16.03.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig ist es

    zu sehen, dass im Gedenken an die Wahnsinnstat in Neuseeland die österreichische Geschichte rechtslastig dargestellt wird. Gottseidank endete 1683 so, sonst gäbe es Österreich nicht. Auch ist zu bezweifeln, dass alles islamistische als positiv dargestellt werden sollte, siehe Naher Osten.

  • Indio am 15.03.2019 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    : replacement

    Den Austausch der Kulturen gab, gibt und wird es immer geben. Das kann selbst tausendfacher Terror nicht verhindern.

  • herrundgscher am 15.03.2019 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    herrundgscher

    Sein Manifest "The Great Replacement" bezieht sich übrigens auf dieselbe Quelle auf die sich auch die Identitären berufen ("Der große Austausch"). Wann werden die eigentlich endlich verboten? Und wann müssen die sich dafür entschuldigen dass jemand der dieselbe Ideologie hat Leute umbringt?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 16.03.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig ist es

    zu sehen, dass im Gedenken an die Wahnsinnstat in Neuseeland die österreichische Geschichte rechtslastig dargestellt wird. Gottseidank endete 1683 so, sonst gäbe es Österreich nicht. Auch ist zu bezweifeln, dass alles islamistische als positiv dargestellt werden sollte, siehe Naher Osten.

  • Indio am 15.03.2019 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    : replacement

    Den Austausch der Kulturen gab, gibt und wird es immer geben. Das kann selbst tausendfacher Terror nicht verhindern.

  • herrundgscher am 15.03.2019 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    herrundgscher

    Sein Manifest "The Great Replacement" bezieht sich übrigens auf dieselbe Quelle auf die sich auch die Identitären berufen ("Der große Austausch"). Wann werden die eigentlich endlich verboten? Und wann müssen die sich dafür entschuldigen dass jemand der dieselbe Ideologie hat Leute umbringt?

    • silver. am 15.03.2019 16:28 Report Diesen Beitrag melden

      @herrundgscher

      Nach ihrer Logik müsste man den Islam nach einem Terroranschlag verbieten :) Kritik über den stattfindenden demografischen Wandel (den es nun mal gibt) zu verbieten, weil ein Verrückter 49 Menschen ermordet, ist keine Lösung.

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  • eb am 15.03.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht doch

    Aber Rechtxetreme sind ja nicht gewalttätig,lese ich jeden Tag im Netz.

    • Alex am 15.03.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      an eb

      Wo genau lesen sie das jeden Tag?

    • Karl am 15.03.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Rechte

      Bei uns hier im Netz, sagt wohl alles !

    • Gewissen am 15.03.2019 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @eb

      Sie haben leider recht. Und wenn unsere braunblauen FPÖler weiter ihre Hetzparolen gegen alles anderer verbreiten, würde es mich nicht wundern, wenn auch wir in Österreich Angst haben müssen, dass Andersgläubige verfolgt werden .

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