Lange wurde uns beigebracht: Frauen suchen beim Sex vor allem Nähe und Intimität, Männer hingegen körperliche Befriedigung. Nach dieser Erzählung können Männer Sex und Gefühle voneinander trennen – Frauen angeblich nicht. Gleichzeitig wurden vielen Männern vermittelt, dass das Bedürfnis nach emotionaler Nähe beim Sex "unmännlich" sei.
Doch dieses Bild ist falsch. Die kanadische Sexualtherapeutin Dr. Petra Zebroff hat Hunderte heterosexuelle Männer und Frauen befragt, warum sie Sex mit dem Partner der Selbstbefriedigung vorziehen. Das überraschende Ergebnis: Der Wunsch nach emotionaler Nähe war der am häufigsten genannte Grund – bei Männern sogar noch stärker als bei Frauen.
„Wir erzählen schon lange die falsche Geschichte über Männer und Sex.“Dr. Petra ZebroffSexualtherapeutin
Allen Befragten war das Gefühl von Nähe, Zuneigung, emotionaler Sicherheit, Zärtlichkeit und dem Gefühl, von einem geliebten Menschen begehrt zu werden, am wichtigsten. Erst an zweiter Stelle wurden Lust und Befriedigung genannt.
Die Studie zeigt auch: Frauen unterschätzten, welche emotionale Bedeutung Sex für Männer in Beziehungen hat. Und Männer glaubten, ihre Aufgabe bestehe darin, die Partnerin zu befriedigen – statt Verbundenheit anzubieten.
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Wissenschaftliche Untersuchungen hätten bereits mehrfach gezeigt, dass emotionale Verbundenheit eine wichtige Rolle für die sexuelle Zufriedenheit von Männern in Partnerschaften spielt. Die Mythen rund um männliche Sexualität halten sich aber hartnäckig. Zeit, diese zu überdenken.