Was unterscheidet Sekt, Cava und Champagner?

Close up of four people enjoying Christmas dinner together and toasting with champagne glasses while sitting by elegant dining table with candles
Close up of four people enjoying Christmas dinner together and toasting with champagne glasses while sitting by elegant dining table with candlesGetty Images/iStockphoto
Wieso ist Champagner teurer als Sekt und ist Cava einfach spanischer Champagner? Wir bringen Licht in die Bubble im Glas.

Sekt, Cava und Champagner sind Schaumweine, ursprünglich gegorene Stillweine. Still? Wie kommen dann die Bläschen in das Glas? Hier fängt das ganze Spiel mit den Unterschieden an, denn für das Zufügen von Kohlensäure gibt es zwei Möglichkeiten, die entscheiden, was auf der Flasche stehen darf.

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Auf die Gärung kommt es an

Manchen Weinen wird die Kohlensäure von außen zugeführt, sie verfügen dann über eher wenig Kohlensäure und erhalten den Namen Perlwein oder auch Frizzante. Die andere Möglichkeit für Bubbles ist die zweite Gärung, denn diese sorgt ebenfalls für Kohlensäure. Bei Sekt erfolgt sie meist in großen Drucktanks, bei den qualitativ hochwertigen Schaumweinen, wie Champagner und seiner Konkurrenz Crémant sowie Cava, findet die zweite Gärung in der Flasche statt. Diese Flaschengärung ist bei ihnen ein absolutes Muss, der Prozess ihrer Herstellung ziemlich identisch.

Ist Cava dann nicht dasselbe wie Champagner?

Tatsächlich könnte man somit sagen, dass Cava spanischer Champagner ist. Dafür gesorgt haben soll der Katalane Josep Raventós, der sich bei einem Besuch in der französischen Champagne Wissen über die Champagnerproduktion aneignete und zurück im heimatlichen spanischen Codorníu auf seinem Weingut nachahmte: 1870 produzierte er zum ersten Mal seinen flaschengegorenen Schaumwein namens Cava, was auf Spanisch "Keller" bedeutet.

Deshalb dürfen Cava und Crémant nicht Champagner genannt werden

Doch beim Champagner spielt nicht nur die Herstellung, sondern auch die Herkunft eine große Rolle: Laut einem Gerichtsurteil von 2005 darf sich nur Champagner nennen, was auch aus der französischen Champagne kommt. Neben der zweiten Flaschengärung gibt es beim Champagner deshalb noch die geschützte Herkunftsangabe. Und so heißt der aus Spanien stammende Cava eben Cava statt Champagner.

Aus diesem Grund darf sich auch der aus anderen französischen Regionen stammende Crémant trotz gleichem Herstellungsprozess nicht Champagner nennen. Der Vorteil: Cava und Crémant liegen im Preis meist zwischen Sekt und Champagner und gelten deshalb als beliebte Alternative.

Du bevorzugst Prosecco und Sekt?

Ein Prosecco kann Perl- oder Schaumwein sein. Den Begriff Prosecco erhält er, wenn er aus dem geografisch definierten Gebiet im Nordosten Italiens kommt. Ein Sekt ist meist eine Cuvée aus verschiedenen Weinsorten aus verschiedenen Regionen und, wie oben beschrieben, in großen Tanks gegoren, was ihn günstiger macht. Kohlensäure darf bei ihm nicht von außen zugefügt werden.

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Industriell hergestellter Sekt kann aus Tafelweinen aus ganz Europa hergestellt werden und ist dadurch deutlich günstiger als Qualitätsweine, in die nur bestimmte Rebsorten kommen. Bei Champagner sind diese Rebsorten Chardonnay, Pinot noir und Pinot Meunier. Beim Cava sind es die für Spanien typischen weißen Sorten Macabeo, Parellada und Xarello.

Gut zu wissen: Trockener Cava schmeckt süß

Du denkst bereits darüber nach, welche Flasche(n) du für Weihnachten und Silvester auftischst? Wenn du mal den spanischen Cava ausprobieren möchtest, sei dir bewusst, dass ein Cava mit der Bezeichnung "Seco" (trocken) auf der Flasche bereits recht süßlich schmecken könnte. "Extra Seco" oder "Brut" sind die richtige Wahl, wenn du eher trockene Varianten bevorzugst.

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