Absicherung für Familie

Was wird aus deinem Kredit nach deinem Ableben?

Ein Unfall, eine Krankheit und plötzlich steht deine Familie vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Wer zahlt deinen Kredit weiter?
Irma Basagic
20.01.2026, 10:00
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Ein Gedanke, den niemand gerne denkt: Was passiert eigentlich mit meinem Kredit, wenn ich plötzlich nicht mehr da bin? Die Antwort ist unbequem, aber wichtig. Denn Kredite verschwinden nicht einfach mit dem Tod. Sie bleiben bestehen und können für Hinterbliebene zur enormen Belastung werden.

Viele Österreicher zahlen Immobilien-, Auto- oder Konsumkredite ab. Doch nur wenige machen sich Gedanken darüber, was im Ernstfall geschieht. Dabei zeigt eine aktuelle Versicherungsstudie von livv.at, dass zwar 25 Prozent der Befragten drei Versicherungspolicen besitzen, aber längst nicht alle ausreichend für den Fall der Fälle abgesichert sind.

Ein Viertel der Österreicher hat drei Versicherungspolicen.
Foto: Livv.at

Wer erbt den Kredit?

Die Rechtslage in Österreich ist eindeutig: Schulden werden vererbt. Stirbst du, gehen deine Verbindlichkeiten auf deine Erben über. Das bedeutet konkret: Deine Familie, dein Partner oder deine Kinder müssen den Kredit weiterbezahlen, sofern sie das Erbe nicht ausschlagen.

Diese Entscheidung ist allerdings mit einem Haken verbunden. Wer das Erbe ausschlägt, verliert nicht nur die Schulden, sondern auch alle Vermögenswerte. Das Haus, das Auto, Ersparnisse, alles geht verloren. Für viele Familien keine echte Option.

Bei Immobilienkrediten wird es besonders brisant. Diese laufen über Jahrzehnte und erreichen Summen von mehreren hunderttausend Euro. Fällt das Einkommen des Hauptverdieners weg, werden die monatlichen Raten zur existenziellen Bedrohung. Ein Richtwert: Jeder zweite Kreditnehmer zahlt monatlich über 370 Euro ab.

Bank fordert sofortige Rückzahlung?

Ein weiteres Risiko: Manche Kreditverträge enthalten Klauseln, die der Bank das Recht geben, den gesamten Kredit sofort fällig zu stellen, wenn der Kreditnehmer verstirbt. In der Praxis machen Banken davon zwar selten Gebrauch, theoretisch ist es aber möglich.

Die Erben müssen dann innerhalb kurzer Zeit entweder die volle Summe aufbringen oder den Kredit neu verhandeln. Beides setzt die Hinterbliebenen unter enormen Druck, zusätzlich zur emotionalen Belastung durch den Verlust.

Laut der Studie bevorzugen 67 Prozent der Österreicher für ihre finanzielle Vorsorge ein Sparbuch oder Festgeldkonto. Diese traditionellen Sparformen bieten zwar Sicherheit, helfen aber im Todesfall meistens nicht, einen laufenden Kredit zu tilgen.

Wie schützt eine Ablebensversicherung?

Hier kommt die Ablebensversicherung ins Spiel. Sie zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe aus, die gezielt zur Tilgung von Schulden verwendet werden kann. Deine Familie muss den Kredit dann nicht aus eigener Tasche weiterzahlen.

Wichtig: Die Ablebensversicherung sollte nicht mit der Kapitallebensversicherung verwechselt werden. Während letztere zusätzlich eine Sparfunktion hat, konzentriert sich die Ablebensversicherung auf den reinen Schutz im Todesfall. Sie ist dadurch deutlich günstiger und sorgt dafür, dass Hinterbliebene finanziell abgesichert sind, etwa zur Rückzahlung offener Kredite, aber ebenso zur allgemeinen Absicherung von Partnern, Kindern und Familie.

Was kostet die Absicherung?

Die Kosten für eine Ablebensversicherung hängen von mehreren Faktoren ab: Alter, Gesundheitszustand, Raucherstatus, Beruf und Versicherungssumme. Ein 35-jähriger Nichtraucher zahlt für eine Versicherungssumme von 200.000 Euro und eine Laufzeit von 20 Jahren etwa 20 bis 40 Euro monatlich.

Das klingt nach viel, ist aber im Vergleich zur möglichen finanziellen Katastrophe überschaubar. Deine Familie bleibt im Ernstfall schuldenfrei und kann das Eigenheim behalten, statt unter Zeitdruck verkaufen zu müssen.

Interessant: Die Daten der Studie zeigen, dass 52 Prozent der Befragten bereit wären, einfache Versicherungsprodukte komplett online abzuschließen. Die Digitalisierung macht Absicherung heute einfacher und oft auch günstiger als noch vor wenigen Jahren.

Bank verlangt oft Absicherung

Viele Banken verlangen bei hohen Krediten oder langen Laufzeiten eine Ablebensversicherung. Das dient vor allem der Bank, schützt aber auch die Erben. Vorsicht: Bankeigene Versicherungen sind nicht immer günstig, sodass sich ein unabhängiger Vergleich lohnt.

Du kannst den Versicherer frei wählen, solange die Summe passt. Achte außerdem auf den Begünstigten: Idealerweise ist das deine Familie, damit das Geld flexibel genutzt werden kann.

Bestehende Kredite nachversichern

Du hast bereits einen Kredit laufen, aber keine Ablebensversicherung? Kein Problem. Auch nachträglich kannst du dich noch absichern. Die meisten Versicherer bieten Ablebensversicherungen mit Laufzeiten an, die sich an deine verbleibende Kreditlaufzeit anpassen lassen.

Je früher du dich versicherst, desto günstiger wird es. Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge. Auch Vorerkrankungen können die Kosten erhöhen oder im schlimmsten Fall dazu führen, dass du gar keine Versicherung mehr bekommst.

Ein Gesundheitscheck vor Vertragsabschluss ist bei den meisten Anbietern Pflicht. Sei dabei ehrlich: Falsche Angaben können später dazu führen, dass die Versicherung im Leistungsfall nicht zahlt.

Vertrauen in digitale Anbieter steigt

Die Versicherungsbranche wandelt sich. Laut der Studie vertrauen 49 Prozent der Befragten digitalen und traditionellen Anbietern gleichermaßen. Nur 34 Prozent haben mehr Vertrauen in herkömmliche Anbieter. Das Vertrauen in den Datenschutz liegt sogar bei 81 Prozent, unabhängig davon, ob es sich um einen digitalen oder klassischen Versicherer handelt.

Das zeigt: Onlineabschlüsse werden zunehmend akzeptiert. Viele digitale Versicherer bieten heute schlanke Prozesse, transparente Tarife und schnelle Abwicklung. Du kannst Angebote vergleichen, Verträge abschließen und im Leistungsfall Ansprüche geltend machen und das alles digital.

Für viele Menschen bedeutet das mehr Flexibilität. Du bist nicht an Öffnungszeiten gebunden, kannst Angebote in Ruhe prüfen und musst nicht zum Berater ins Büro. Gerade bei standardisierten Produkten wie der Ablebensversicherung ist der Onlineabschluss eine echte Alternative.

Fazit: Absicherung ist kein Luxus

Dein Kredit stirbt nicht mit dir. Er bleibt als finanzielle Last für die Menschen, die du liebst. Eine Ablebensversicherung ist keine Schwarzmalerei, sondern eine verantwortungsvolle Vorsorge. Sie kostet wenig, kann aber im Ernstfall alles bedeuten.

Gerade wenn du Hauptverdiener bist, ein Haus finanzierst oder Kinder hast, solltest du diese Absicherung ernst nehmen. Deine Familie hat im Trauerfall genug um die Ohren und finanzielle Sorgen müssen nicht dazugehören.

Daniel Schwarz, Online Marketing Manager bei Livv.at
Foto: Livv.at

Daniel Schwarz ist Online Marketing Manager bei Livv.at, der digitalen Versicherungsplattform der Lebensversicherung von 1871 a. G. München. Mit seiner fundierten Expertise im Onlinemarketing zählt er zu den Spezialisten seines Fachs. Über Livv.at können Ablebens- bzw. Risikolebensversicherungen vollständig digital abgeschlossen werden – für ein verlässliches finanzielles Sicherheitsnetz für Familien, Kinder und Partner.

Autor: Daniel Schwarz

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