Könnte Rekordsommer werden

Wasserrettung im Dauereinsatz! "Nicht wie bei Baywatch"

Der Hitzesommer sorgt für einen Anstieg an Notrufen, die Wasserrettung des Samariterbundes appelliert: "Haltet euch an die Baderegeln!"
Yvonne Mresch
22.07.2026, 06:45
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Sind die Temperaturen hoch, suchen die Wiener Abkühlung im Wasser. Doch das wird zunehmend zur Gefahr: "Wir haben heuer mehr Einsätze, ebenso die Feuerwehr", berichtet Dominik Wiest vom Samariterbund Wien. "Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat bereits angesagt, dass es leider ein Rekordjahr für Ertrinkungstote geben könnte." Erst kürzlich verstarb ein Mann nach einem Badeunfall im Schafbergbad – wir berichteten.

Temperaturunterschied: "Für den Körper ist das extrem"

Wird die Berufsfeuerwehr alarmiert, rückt auch die Wasserrettung aus. "Die Schwimmer gehen ins Wasser", erklärt Wiest den Ablauf des Einsatzes. "Aber nicht wie bei Baywatch, mit dem Kopf voran, sondern im Sitzsprung, um den Patienten nicht aus dem Auge zu lassen." Dieser wird gesichert und ins Boot gebracht. "Müssen wir, wie bei einem Brückenspringer, von einer Wirbelsäulenverletzung ausgehen, brauchen wir ein Spineboard. Bei einem Ertrinkungsunfall kommt die Person direkt ins Boot. Dort wird Erste Hilfe geleistet und an Land an den Rettungsdienst übergeben.

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Dass es heuer vermehrt zu Einsätzen kommt, führen die Experten auf den Hitzesommer zurück – mehr Badegäste bedeuten in diesem Fall auch mehr Unfälle. "Wir haben heiße Lufttemperaturen und kühles Wasser. Wir sprechen hier teilweise von 16 Grad Temperaturunterschied. Für den Körper ist das extrem", erklärt Wiest. "Den Kindern erklärt man die Baderegeln und die Erwachsenen halten sich oft nicht daran. Das bedeutet, sich vor dem Baden abzukühlen, genug Flüssigkeit zu trinken, 30 Minuten vorher nichts Schweres mehr zu essen und Schatten aufzusuchen."

Expertin warnt: "Ertrinken ist lautlos!"

Generell sollten Badegäste darauf achten, wie es ihnen geht und ob sie gesund sind, fasst Amina Höfinger, Vorsitzende der Bundessektion Wasserrettung Samariterbund, zusammen. "Der Kreislauf ist einfach strapaziert durch die Hitze. Außerdem sollte man immer gemeinsam schwimmen gehen. Es macht auch mehr Spaß." Kinder sollten niemals alleine im Wasser sein und auch nicht aus den Augen gelassen werden. "Ertrinken ist lautlos. Und es kann jedem passieren, egal wie fit und jung und sportlich man ist!"

Merkt man selbst, dass einen die Schwäche im Wasser überkommt, hat Dominik Wiest einen Tipp parat: "Sich so breit wie möglich machen, die Arme und Beine auseinander geben und sich auf den Rücken legen wie ein Seestern. So ist das Gesicht über Wasser, man kann atmen und dann um Hilfe schreien oder mit wenigen leichten Armbewegungen in Richtung Ufer kommen."

"Ertrinkungstode sind unnötig"

Hat man den Eindruck, einer anderen Person gehe es nicht gut, sollte man zuerst zurufen: "Im Notfall natürlich den Notruf 122 wählen. Und den Punkt fixieren, denn je kleiner der Suchradius für die Taucher, desto höher die Überlebenschance", so Wiest. Denn die meisten Unfälle passieren in Naturgewässern, wo Suchaktionen länger als in einem Pool dauern. Auch das Zuwerfen von Auftriebskörpern wie Schwimmnudeln oder einer Luftmatratze könne helfen.

Einsätze, die in Erinnerung bleiben, haben die Experten genug – aber auch immer wieder mit Happy End. "Wir hatten zwei vermisste Kinder in der Alten Donau, die mit dem Stand Up Paddle rausgefahren sind. Nach einer Suchaktion konnten wir sie finden, sie hatten sich nur verfahren", schmunzelt der Experte. Beim Donauinselfest gingen zwei Personen mit Kleidung und Schuhen um Mitternacht schwimmen, erinnert sich Wiest. Auch hier ging die Geschichte glimpflich aus. "Sie konnten sich nicht mehr über Wasser halten. Das kann dramatisch ausgehen", warnt er.

Generell sei es wichtig, auf sich selbst und andere zu achten, appelliert Höfinger. Denn: "Man kann präventiv vorgehen. Ertrinkungstode sind so unnötig und jeder einzelne ist einer zu viel!"

{title && {title} } ym, {title && {title} } Akt. 22.07.2026, 08:24, 22.07.2026, 06:45