Wegen Fehldiagnose erst nach sieben Jahren Mama

Michaela mit Sohn Felix und Ärztin Monika Wölfler
Michaela mit Sohn Felix und Ärztin Monika WölflerMarija Kanizaj/LKH-Univ. Klinikum Graz
Der Kinderwunsch schien für Michaela O. auch nach etlichen Versuchen unerreichbar. Erst nach Jahren bekam sie die richtige Diagnose – und einen Sohn.

Seit ihrer Jugend leidet Michaela O. an starken Regelschmerzen. Wie vielen anderen Frauen wurde der Steirerin gesagt, dass sie damit leben müsse. Für die 34-Jährige gehörten Schmerzmittel jahrelang zum Alltag. "Ich konnte ohne vier sehr starken Tabletten nicht mehr durch den Tag kommen, da ich sonst weder in die Schule gehen, noch später arbeiten konnte“, berichtet sie.

Zu den quälenden Schmerzen kam später auch der unerfüllte Kinderwunsch. Sieben Jahre lang versuchte die Steirerin schwanger zu werden, jedoch ohne jeden Erfolg. Den Grund dafür erfuhr sie aber erst im Zuge einer Eierstock-Zysten-Operation. Die starken Regelschmerzen stellten sich als Endometriose heraus. "Bei dieser Krankheit setzen sich Gebärmutterschleimhautzellen außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum fest und können schmerzende Endometrioseherde bilden", erklärt Ärztin Monika Wölfler vom Endometriosezentrum am Landeskrankenhaus in Graz.

"Ich konnte ohne vier sehr starken Tabletten nicht mehr durch den Tag kommen, da ich sonst weder in die Schule gehen, noch später arbeiten konnte“, berichtet Michaela.

Endometriose-Herde durch Operation entfernt

Obwohl die chronische Erkrankung als gutartig gilt, kann sie laut der Medizinerin Schwangerschaften erschweren – wie im Fall von Michaela. Nach der richtigen Behandlung klappte es bei der Steirerin schließlich mit der Familie. Ihr Sohn Felix erblickte im Dezember 2020 das Licht der Welt. Laut Wölfler können die Endometriose-Herde durch eine Operation entfernt und "somit die Voraussetzung für eine Schwangerschaft verbessert werden."

Meist hören Frauen im privaten Umfeld oder von ÄrztInnen, dass ihre Schmerzen die Regel sind. Laut Wölfler ist aber gerade diese Fehleinschätzung problematisch, da Frauen dadurch verunsichert werden und sich nicht weiter untersuchen lassen.

Wenn Frauen während der Menstruation auf Schmerzmittel angewiesen sind, muss abgeklärt werden, ob eine Endometriose vorliegt. Dies erfolgt primär mittels Ultraschall- oder Tastuntersuchung. Zusätzlich zur interdisziplinären körperlichen Behandlung bietet das Endometriosezentrum auch psychologische Begleitung. "Die psychologischen Gespräche und der wertschätzende unterstützende Umgang von Dr. Wölfler und ihrem Team haben mir die Kraft gegeben, nicht aufzugeben“, erzählt die 34-Jährige.

Sie möchte mit ihrer Geschichte anderen betroffenen Frauen Mut machen: "Man soll sich vor nichts fürchten und für nichts schämen. Man glaubt nicht, was man alles durchstehen kann und darf die Hoffnung einfach nie aufgeben"

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