Weine, Liköre, Marillen, Kürbisprodukte und Fleisch: Produkte von 255 Betrieben aus Niederösterreich wurden hier vertrieben, das Sortiment von "bauernladen.at" war gigantisch. Seit 12. Mai herrscht eine ganz andere Stimmung im Unternehmen aus Wien.
Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) berichtete über ein eröffnetes Konkursverfahren mit Masseverwalter beim Handelsgericht Wien.
Das Geschäftsmodell des Unternehmens: Geschenke für Mitarbeiter und Kunden verkaufen – in Form von Gutscheinen oder Geschenkboxen. "Der zentrale Geschenkanlass ist Weihnachten, weswegen der meiste Umsatz im vierten Quartal gemacht wird", heißt es vom AKV.
Von dem Konkursverfahren seien vier Dienstnehmer und 283 Gläubiger betroffen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich laut eigenen Angaben des Unternehmens auf circa 1,7 Millionen Euro.
Als Grund für die Insolvenz wird die verstärkt zurückhaltende Stimmung in der Wirtschaft wegen des Iran-Krieges genannt, sowie der "Inflationsschub" wegen der angestiegenen Energiepreise. Dadurch sei "eine große Zurückhaltung der möglichen Kunden spürbar geworden", schreibt der Kreditorenverband.
"Dies führe zu einer Verschiebung oder Absage von Geschenkentscheidungen und zu einer deutlichen Kürzung der Budgets pro Beschenkten", heißt es weiter.
Aktuell seien noch keine Sanierungs- oder Zahlungspläne eingegangen, wie den Schulden entgegengewirkt werden soll.
"Ob solche geplant sind, kann im Moment noch nicht gesagt werden und wird im Zuge des Verfahrens geklärt", so der AKV. Die Anmeldefrist für Forderungen läuft noch bis zum 9. Juli.