"Weil Chip mich steuerte, schoss ich auf Hausverwalter"

Die Anwälte Reichenbach (l.) und Rast vertreten im Luftdruck-Pistolen-Fall.
Die Anwälte Reichenbach (l.) und Rast vertreten im Luftdruck-Pistolen-Fall."Heute", Picturedesk, iStock (Symbol)
Ein 33-jähriger Serbe soll im September in Wien seinen Hausverwalter schwer verletzt haben – die Taten soll ihm ein implantierter Chip befohlen haben.

Kurzschlussreaktion oder Folge von einem Microchip im Körper – dieser Fall geht unter die Haut: Am 24. September vergangen Jahres soll Dejan I. völlig ausgerastet sein, nachdem er herausfand, dass am Tag zuvor in seiner KFZ-Firma eine Delogierung durchgeführt wurde. Wütend startete er eine Hetzjagd auf seinen Hausverwalter, rief ihn an und drohte: "Ich werde euch auch genauso in die Scheiße reiten, wie ihr es bei mir gemacht habt und euer Leben zur Hölle machen". Er beendete das Gespräch mit den Worten "Sie können mich Herrgott nennen."

Angreifer prügelte mit Waffe auf Opfer ein

Dann fuhr der bereits einschlägig Vorbestrafte bewaffnet zur Adresse der Hausverwaltung nach Wien-Wieden, hielt dort einer Mitarbeiterin (als Privatbeteiligte vertreten durch Andreas Reichenbach) ohne Vorwarnung seine Luftdruck-Pistole an die Schläfe und forderte seinen Betreuer. Als sie ihm zeigte, wo dieser sein Büro hatte, stürmte er hinein und zielte unmittelbar und mehrmals auf dessen Körper. Nachdem die Schüsse nicht die erhoffte Wirkung zeigten, prügelte er mit dem Lauf der 1,3- Kilo-Pistole auf sein Opfer ein und verletzte es schwer. Neben einem Bruch von Joch- und Stirnbein, sowie Bruchspalten am Schädel hatten die Schläge auch Einblutungen in der Stirnhöhle sowie schwere Rissquetschwunden im Gesicht zur Folge. Nach kurzer Fluchtkonnte die WEGA den Serben schlussendlich festnehmen.

"Micro-Chip" soll Taten befohlen haben

Anwalt Niki Rast verteidigt den wegen schwerer absichtlicher Körperverletzung und Nötigung Angeklagten am Mittwoch in Wien vor Gericht. Gegenüber "Heute"  kündigte er an: "Mein Mandant wird sich im Wesentlichen geständig verantworten." Die vorgeworfenen Handlungen will er zwar körperlich ausgeführt haben – ein beim Drogenentzug in Serbien angeblich eingebauter Micro-Chip soll ihm die Taten jedoch aufgetragen haben. Der Angeklagte ist der Überzeugung, durch ein elektronisches Bauteil im Körper quasi fremdgesteuert zu sein. Ein psychiatrisches Gutachten der Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass bei beschuldigten Serben zwar "Defizite" vorliegen, er aber nicht in eine Anstalt eingewiesen werden muss. Die Verhandlung findet am Mittwoch statt. Andreas Reichenbach, der eines der Opfer vertritt, hofft auf eine angemessene Strafe. Die Unschuldsvermutung gilt.

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