Eine Feier in einer Pizzeria in Kärnten eskalierte, endete mit einem Großeinsatz von Polizei und Rettung. In dem Lokal im Bezirk Villach-Land war es zwischen einem slowenischen Koch (54) und seinem Chef zu einem heftigen Streit gekommen. Der Pizzakoch forderte seinen Lohn, der Wirt verspottete die Kochkünste des Mannes – die Situation eskalierte.
Der Pizzabäcker griff zu einem Steakmesser, stach dem Wirt mehrmals in Kopf und Rücken. Das Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen, darunter ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Sprachstörung. Die Messerstiche waren so heftig, dass die 23 Zentimeter lange Klinge abbrach. Der Vorfall spielte sich schon in der Corona-Zeit im Jahr 2020 ab.
Der Verdächtige wurde 2021 in Klagenfurt wegen grob fahrlässiger Körperverletzung zu einem Jahr unbedingter Haft verurteilt. Der ursprüngliche Mordvorwurf hielt vor Gericht nicht.
Der schwerverletzte Gastronom bekam im Strafprozess 2.500 Euro zugesprochen – das reichte ihm nicht. Im Zivilverfahren forderte er insgesamt 50.000 Euro. Das Landesgericht Klagenfurt und später das Oberlandesgericht Graz lehnten eine Erhöhung ab. Der Streit um Schadenersatz zog sich jahrelang und ging nun bis vor den Obersten Gerichtshof.
Der jahrelange Rechtsstreit zahlte sich für den Kärntner schlussendlich aus. Der OGH kippte die Entscheidung der unteren Instanzen. Die Begründung: Die Verletzungen seien massiv gewesen, die psychischen Folgen wie Panikattacken und Schlafstörungen beeinträchtigen das Opfer noch immer. Die Höchstrichter entschieden auf 18.000 Euro Schmerzengeld – abzüglich der bereits erhaltenen Summe erhält das Opfer noch 15.500 Euro. Das Rechtspanorama der "Presse" berichtete zuerst über den Fall.