Die Weltmeere haben einen neuen Temperaturrekord erreicht. Wie das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus am Montag bekannt gab, ist die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Ozeane am Samstag auf 21,1 Grad gestiegen. Das ist so hoch wie noch nie zuvor gemessen. Laut Copernicus sind dafür die Erderwärmung und das Wetterphänomen El Niño verantwortlich.
Der bisherige Rekord lag bei 21,09 Grad und wurde im März 2024 gemessen. Jetzt wurde dieser Wert übertroffen.
"Dieser Rekord ist ein weiteres eindeutiges Zeichen für einen zunehmend unter Druck stehenden Ozean", sagt die Copernicus-Expertin Samantha Burgess. Durch die steigenden Temperaturen in den Meeren gibt es größere Risiken für die Ökosysteme und für Küstenorte – zum Beispiel wegen extremer Wetterereignisse. Wenn das Meer wärmer wird, verdunstet mehr Wasser. Dadurch gelangt mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre, was Regen und Stürme verstärken kann.
Heuer braut sich im Pazifik außerdem ein El Niño zusammen, der laut Prognosen so stark werden könnte wie schon lange nicht mehr. Erwartet wird, dass dadurch die Oberflächentemperatur der Weltmeere noch weiter ansteigt.
El Niño sorgt dafür, dass es im zentralen und östlichen Pazifik wärmer wird. Das hat weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Regen. In manchen Regionen gibt es dann Dürren, in anderen Überschwemmungen. In Mittelamerika ist es wegen des aktuellen El Niño schon so trocken, dass der Schiffsverkehr durch den Panamakanal eingeschränkt werden muss.