Geldbonus naht

Wenige Klicks für über 1.000 Euro, doch kaum wer machts

1,8 Millionen Österreicher lassen Jahr für Jahr 1.000 Euro und mehr liegen – und viele wissen das nicht einmal. Dabei ist es eine Sache von Minuten.

Newsdesk Heute
Geld bekommt fast jeder, wenn man sich aber selbst darum kümmert, gibt es weit mehr.
Geld bekommt fast jeder, wenn man sich aber selbst darum kümmert, gibt es weit mehr.
Getty Images/iStockphoto

Mit nur wenigen Klicks im Internet zu 1.000 Euro und mehr? Und das alles ist in wenigen Minuten erledigt? Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, stimmt aber wirklich. Und obwohl es diese Möglichkeit gibt, nutzen sie rund 1,8 Millionen Österreicher einfach nicht und schenken die Hunderten Euro einfach her – beziehungsweise dem Staat. Konkret geht es um die Arbeitnehmerveranlagung, umgangssprachlich auch "Steuerausgleich" genannt. Diese kann manuell eingereicht werden oder aber man wartet die automatische Abrechnung ab. Letztere bringt im Schnitt aber um einiges weniger Geld.

Die Gründe, warum sich die Österreicher gegen die Arbeitnehmerveranlagung sträuben, dürften vielfältig sein – man will sich nicht mit der trockenen Materie beschäftigen, man hat Angst vor Fehlern oder man redet sich einfach ein, dass es eh nichts bringt. Die Wahrheit sieht aber anders aus: Nie war es einfacher und schneller, den Steuerausgleich einzureichen, nie gab es so viele digitale Helferlein dafür – und nie gab es mehr Geld zurück. Wie aus Zahlen des Finanzsamts ablesbar ist, bekommen jene Bürger, die die automatische Abrechnung abwarten, im Schnitt knapp unter 500 Euro ausgezahlt.

Weit mehr bei manuellem Antrag

Wer sich dagegen ein paar Minuten hinsetzt, den Antrag manuell eingibt und seine Finanzpositionen durchgeht, staubt im Schnitt über 700, in vielen Fällen sogar über 1.000 Euro ab – Hunderte Euro mehr als beim automatischen Ausgleich, die man sonst einfach dem Staat schenkt. Die Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2023 lässt sich simpel über das Portal FinanzOnline durchführen – sobald die Jahres-Gehaltsabrechnung deines Arbeitgebers vorliegt, was spätestens Ende Februar 2024 erledigt sein muss. Weiterer Vorteil der manuellen Veranlagung: Das Geld kommt schneller, bei der automatischen kriegt man es erst in der zweiten Jahreshälfte 2024.

Angst, etwas falsch zu machen oder vor einer Daten-Flut musst du dabei keinesfalls haben. Zu viel bezahlte Lohnsteuer oder Sozialversicherungserstattungsbeträge werden auch im manuellen Antrag automatisch berücksichtigt, darum musst du dich nicht kümmern. Anders als beim automatischen Antrag, der sogenannten "antragslosen Arbeitnehmerveranlagung", können beim manuellen Steuerausgleich aber "besondere Ausgaben" wie Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Absetzbeträge geltend gemacht werden. Diese "besonderen Ausgaben" kannst du recht leicht kontrollieren, etwa über einen Kontoauszug für das Gesamtjahr 2023.

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    Apps helfen beim Steuerausgleich

    Wenn du dich nun ärgerst, dass du bei der Arbeitnehmerveranlagung die letzten Jahre Hunderte Euro hast liegen lassen, dann haben wir eine gute Nachricht: Du kannst die Steuererklärung für die letzten fünf Jahre nachholen, auch wenn du bereits eine antragslose Veranlagung erhalten hast. Und: Bist du trotz der Übersichtlichkeit in FinanzOnline von der Sache überfordert, gibt es mittlerweile spezielle Apps, die dir die Steuererklärung noch weiter vereinfachen. Die App Taxefy etwa verspricht, dass die Steuererklärung in weniger als acht Minuten erledigt ist. Verbraucherschützer merken jedoch an, dass die Apps gerne Posten übersehen oder man beim Prozess draufzahlt.