Prohaska ist eine violette Legende. Er wurde als Spieler gleich siebenmal Meister mit der Austria, holte viermal den österreichischen Cup. Aber er erreichte auch Historisches in Italien: den erst zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte mit der Roma 1983, dazu italienischer Cupsieger mit Inter Mailand. Kurz gesagt: Der 70-Jährige hat in beiden Ländern ganz große Spuren hinterlassen.
Der gebürtige Simmeringer war 1980 zu Inter Mailand und nach zwei Saisonen zur Roma gewechselt, ehe er 1983 wieder zurück zu "seinen" Veilchen gekommen war. "Ich war 14 Jahre Profi, Spieler und vier Jahre Trainer. Das, was ich heute bin, habe ich der Austria und dem Fußball zu verdanken", meinte Prohaska, mittlerweile Kult-Experte im ORF, im Podcast "Box oder Strafraum" vom öffentlich-rechtlichen Sender.
Danach erklärte Prohaska die Beweggründe, warum er seinen "Herzensklub" verlassen hatte. "Ich muss auch ehrlich gestehen: Ich bin natürlich nach Italien gegangen, weil es mich sportlich gereizt hat. Aber wenn ich sagen würde, ich bin nicht wegen dem Geld hingegangen, dann würde ich lügen", meinte Österreichs Jahrhundert-Fußballer.
"Wenn mir die Austria damals das Geld geboten hätte, das mir Inter gezahlt hat, wäre ich geblieben", fügte der 70-Jährige dann an. "Dann hätte ich gesagt: Italien bleibt noch immer mein Lieblingsland, da fahre ich im Urlaub hin. Aber ich bleibe zu Hause", schmunzelte Prohaska dann.
Nach drei Jahren Italien ging es auch wieder zurück nach Favoriten. Prohaska wurde bald nach seinem Karriereende dann auch Trainer. "Wir sind zweimal Meister, zweimal Cupsieger, zweimal Supercupsieger geworden. Aber ich sage immer: Mit mir, nicht wegen mir. Ich hatte das Glück, dass ich aufgehört habe, Fußball zu spielen und nach wenigen Monaten durfte ich die beste Mannschaft Österreichs übernehmen. Und das waren alles meine Freunde", erinnerte sich Prohaska. Er habe sich immer gesagt: "So viel kannst du gar nicht verhauen."