Wer jetzt entscheidet, ob die Schulen wieder aufsperren

Derzeit werden die Schüler via Distance Learning unterrichtet, ein Betreuungsangebot an den Schulen gibt es aber weiterhin.
Derzeit werden die Schüler via Distance Learning unterrichtet, ein Betreuungsangebot an den Schulen gibt es aber weiterhin.picturedesk.com
Man habe alles getan, um sicheren Schulbetrieb zu ermöglichen, sagt Martin Netzer aus dem Bildungsministerium. Doch die Öffnung ist nicht garantiert.

Für Aufregung im Bildungsbereich sorgt nicht nur der geplante Schichtbetrieb an den Schulen ab 8. Februar. Auch ein Aufruf von Gewerkschaftern macht die Runde: Sie fordern, dass Schüler, die weder eine Maske tragen, noch ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen können, vom Unterricht ausgeschlossen werden dürfen. Und die Teststrategie an Schulen wirft die Frage der Sinnhaftigkeit auf, wenn Kinder ungetestet in die Klasse kommen oder Eltern die Test-Einverständniserklärung nicht unterschreiben.

Man habe in der Schule "alles getan", "um einen möglichst sicheren Betrieb zu ermöglichen", sagt dazu Martin Netzer, Generalsekretär im Bildungsministerium, im Ö1-"Morgenjournal". Dabei seien die Tests nur eine Maßnahme, es bestehe zudem die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die 10- bis 14-Jährigen und auch für die Oberstufen, außerdem sei ein Schichtbetrieb vorbereitet.

Keine Garantie für Schulöffnung

Aber: Eine Garantie für die Schulöffnung gibt er nicht ab: "Vorstellbar ist einiges, aber wir haben alles getan, mehr kann man nicht tun, um einen sicheren Betrieb zu ermöglichen", sagt Netzer zur Frage, ob die Schulen auch nach dem 8. Feber zu bleiben könnten. Die Vorarbeit zum Aufsperren sei gemacht, die Entscheidung würden nun aber die Länder treffen, seo der Genralsekretär.

"Unser Eindruck ist, dass das sehr gut angenommen wird. Wir haben eher das Problem, dass wir mit der Nachbeschaffung nicht nachkommen, als dass die Tests an den Schulen liegenbleiben", verteidigt Netzer die Schul-Testungen. Einen Ausschluss von Kindern und Jugendlichen ohne Tests und Masken von der Schule, wie ihn nun AHS-Lehrer fordern, hält Netzer nicht unbedingt sinnvoll: "Was für uns wirklich vorstellbar ist, dass es eine FFP2-Maskenpflicht für Schüler in der Oberstufe gibt." Jugendliche würden damit "gut klar" kommen, "hier halten wir das für zumutbar".

"Unsere Bitte: Bitte durchhalten"

Allerdings brauche es dafür eine gesetzliche Regelung durch das Gesundheitsministerium, man sei dazu in Abstimmung, so der Generalsekretär. Was man aber auch "am anderen Ende der Altersgruppe" sehe, nämlich im Volksschulbereich, da gebe es klare Empfehlungen auch von der österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, dass FFP2-Masken in dieser Altersgruppe keinen Sinn machen würden.

Man müsse auch die gesetzliche Lage im Blick behalten, denn bei Unter-14-Jährigen sei etwa für Testungen eine Einverständniserklärung der Eltern notwendig, sagt Netzer zur Situation, dass mit der derzeitigen Regelung in Schulen getestete Schüler mit FFP2-Masken auf ungetestete Schüler ohne Masken treffen würden. Es gebe aber weitere Sicherheitsmaßnahmen, etwa dass die Kinder räumlich weit auseinander in den Klassen sitzen würden.

Einem Lehrer, der die Situation an Schulen in einem Brief an das Ministerium als "unerträglich" beschreibt, bringt Netzer Verständnis entgegen, die Situation sei sehr herausfordernd. "Unsere Bitte: Bitte durchhalten, wir sehen jetzt eine schrittweise Besserung mit den Impfungen, wir brauchen jetzt diesen langen Atem, um gut in den Frühling hineinzukommen", so Netzer. 

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