Wer sich nicht impfen lässt, kann den Job verlieren

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ImpfeniStock (Symbol)
Aus der Politik heißt es, dass Impfverweigerern keine Strafen drohen. Doch in der Realität sind Konsequenzen bis zum Job-Verlust wohl unvermeidbar.

"Vergünstigungen" wie lockerere Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte in vielleicht neuen Lockdowns seien bei der Corona-Impfung nicht geplant – und auch Strafen für Impfverweigerer seien nicht vorgesehen. Da sind alle Mitglieder der türkis-grünen Bundesregierung mit Gesundheitsminister Rudi Anschober auf einer Linie. Auch bei niedriger Impfbereitschaft seien keine strengeren Maßnahmen angedacht, mit Aufklärung würden sich aber ohnedies mehr Menschen impfen lassen, heißt es.

In der Praxis sieht die Situation freilich anders aus: Besuch bei Oma im Altersheim nur mit Impfung oder negativem Test, Flug in den Urlaub ebenso, könnte es da heißen. Wie Arbeitsrechtler Martin Gruber-Risak von der Uni Wien im "Kurier" erklärt, könnte die Weigerung sich impfen zu lassen aber auch zum Jobverlust führen. Denn würden sich Menschen in körpernahen Berufen wie Krankenpflege und Spitälern nicht impfen lassen, seien sie irgendwann "dienstunfähig", so der Experte laut Bericht.

Impfung wie Helm auf Baustelle

Gruber-Risak vergleicht die Impfung von Gesundheitspersonal mit Arbeitern auf einer Baustelle: Sie sei eine Schutzmaßnahme, wer auf der Baustelle keinen Helm trage, fliege auch raus. Wer sich nicht impfen lasse, könne höchstens auf eine andere Beschäftigung umgestellt werden – gibt es eine solche nicht, bliebe nur die Kündigung. Doch nicht nur Jobverlust droht, sondern auch, keinen zu bekommen: Eine Impfung könnte in vielen Berufen Voraussetzung für eine Einstellung werden.

Maske sei keine Alternative

Beides sei nicht nur auf den Gesundheitsbereich beschränkt, so der Arbeitsrechtler, sondern erfasse körpernahe Dienstleister und viele Berufe mit Kundenkontakt, also vom Postler bis zum Supermarkmitarbeiter, vom Friseur bis zum Nageldesigner, vom Kosmetiker bis zum Kellner. Und da irgendwann in anderen Betrieben Geimpfte mit sichtbarem Gesicht arbeiten würden, sei eine Schutzmaske keine Alternative für viele Unternehmen. 

Gruber-Risak verweist bei der Schutzmaske auf die Gesetzeslage: Schon bisher hätten Unternehmen Musliminnen kündigen können, wenn sie bei Kundenkontakt ihre Verschleierung nicht ablegen wollten. Das sei dann auch für Nicht-Geimpfte denkbar, die eine Schutzmaske tragen müssten. Die gesamte Causa wird vor allem von einer Frage entschieden, die noch nicht beantwortet ist: Ob Geimpfte auch nach der Impfung andere Menschen anstecken können. 

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