Wer täglich so lange sitzt, dem droht hohes Risiko

Die moderne Gesellschaft sitzt zu viel, im Job und in der Freizeit. Das wirkt sich gesundheitsschädlich aus – von Übergewicht bis Rückenbeschwerden, Haltungsschäden und Herz-Kreislauf-Problemen.
Die moderne Gesellschaft sitzt zu viel, im Job und in der Freizeit. Das wirkt sich gesundheitsschädlich aus – von Übergewicht bis Rückenbeschwerden, Haltungsschäden und Herz-Kreislauf-Problemen.Getty Images/iStockphoto
Eine neue Studie zeigt: Die Gesamtzeit, die man im Sitzen verbringt, ist nicht nur für den Körper, sondern auch für die Gehirnalterung von Bedeutung.

Sitzen ist das neue Rauchen – so lautet eine Volksweisheit, die im Kern leider stimmt. Denn die moderne Gesellschaft sitzt zu viel, im Job und in der Freizeit. Das wirkt sich gesundheitsschädlich aus – von Übergewicht bis Rückenbeschwerden, Haltungsschäden und Herz-Kreislauf-Problemen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2019 verbringt in den USA etwa mehr als die Hälfte aller Erwachsenen 9,5 Stunden täglich sitzend, außerdem 80 Prozent ihrer Freizeit. Auch in Europa sind die täglichen Sitzzeiten im Zunehmen begriffen, wie eine Studie aus 2020 zeigt. 

Fernsehen oder Autofahren sind häufige sitzende Tätigkeiten, aber auch das Spielen von Videospielen oder das Arbeiten am Computer, das Sitzen am Schreibtisch, beim Essen und das Sitzen in Öffis. Wie sich ein übermäßiges Sitzverhalten jedoch auf die kognitive Fitness auswirkt, wurde bislang nicht untersucht. Dem sind Wissenschaftler der University of South Carolina und University of Arizona nun in einer neuen Studie auf den Grund gegangen. Sie analysierten Daten von mehr als 50.000 britischen Erwachsenen im Alter von 60 Jahren und darüber. Diese trugen eine Woche lang 24 Stunden am Tag Geräte am Handgelenk. Die Geräte überwachten das Aktivitätsniveau und konnten zwischen Sitzen und Schlafen unterscheiden. Die Teilnehmer wurden rund sechs Jahre lang beobachtet, während dieser Zeit wurde bei 414 von ihnen Demenz diagnostiziert

Mehr als 10 Stunden erhöhen Risiko

Die Analyse ergab, dass das Sitzen von 10 Stunden oder mehr pro Tag mit einem erhöhten Krankheitsrisiko verbunden war. Bei Personen, die 12 Stunden am Tag sitzen, war die Wahrscheinlichkeit um 63 Prozent höher, und bei jenen, die 15 Stunden pro Tag sitzen, war sie sogar dreimal so hoch.
Im Vergleich dazu hatten Probanden, die weniger als neun Stunden pro Tag sitzend verbrachten, nur ein um 8 Prozent höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. 

Gesamtsitzzeit entscheidend

Die Studie zeigte auch, dass es keine Rolle spielt, ob man zehn Stunden am Stück sitzt oder immer wieder aufsteht. "Viele von uns kennen die Empfehlung, dass man alle 30 Minuten aufstehen oder herumgehen soll, für das Demenzrisiko dürfte aber nur die absolute Zeit entscheidend sein", sagt Studienautor David Raichlen. Er rät besonders Menschen mit Bürojobs dazu, sich genug zu bewegen. 

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