Kommt der Sommer-Urlaub hinter Plexiglas?

Aktuell steht Italien still, doch schon langsam kommt wieder Leben in die Touristenhochburgen an den Stränden der nördlichen Adria. Wird es nach Corona überhaupt noch Strandurlauber geben?
Die Antwort darauf kann auch in Italien derzeit niemand mit Gewissheit liefern, aber zumindest die Hoffnung lebt. Immerhin erwirtschaftete Italien mit dem Tourismus 2017 rund 45 Milliarden Euro, ein großer Brocken entfällt dabei auf die Region Venetien.

Von Jesolo über Caorle und Bibione bis Lignano haben deshalb jetzt schon die Arbeiten begonnen, um den Strand für die (hoffentlich) kommende Saison aufzuhübschen. Über den Winter angespülte Trümmer und Müll werden entfernt, der Sand gesiebt und Schutzdünen eingeebnet.

Dass alles anders als früher ablaufen wird, darüber besteht kein Zweifel. Eifrigst wird überlegt, wie man denn die nötige Sicherheit vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bieten könnte. "Wir müssen über eine Umverteilung des Platzes nachdenken und die Personendichte geringer halten, da soziale Distanzierung auch ein Kriterium für die Strände sein wird", erklärt Alessandro Berton, Präsident der Touristikervereinigung Unionmare, gegenüber dem "Corriere del Veneto". Massenansammlungen gelte es unter allen Umständen zu vermeiden.

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Plexiglas-Zellen an Badestränden



Neben einer Schutzmaskenpflicht und sozialer Distanz werden auch durchaus bizarre Ideen eingebracht, wie man denn die Strände coronasicher machen könnte. Dazu gehören etwa auch Plexiglas-Zellen, mit denen die Sonnenanbeter von einander abgeschottet werden sollen. Je zwei Liegeplätze würden der Vorstellung des Unternehmens ""Nuova Neon Group 2" aus Modena demnach samt Sonnenschirm durch 4,5 Meter lange Plexiglaswände zu jeder Seite abgetrennt werden, um sie vom Rest des Strandes zu isolieren. Nur ein kleiner Eingang würde offen bleiben.

Aber nicht nur an den Stränden sollen solche Plexiglasboxen zum Einsatz kommen. Fotos des Unternehmens werben dafür, diese auch in Restaurants aufzustellen. So könnte jeder Sitzplatz vom Rest des Tisches abgetrennt werden. Das romantische Händchenhalten beim Candlelight Dinner muss dann wohl entfallen.



Bei den Rettungsschwimmern im weiter südlich gelegenen Badeort Rimini (Emilia-Romagna) spart man nicht mit Kritik an den bizarren Strandkäfigen: "Das ist purer Wahnsinn. Wenn jemand eingesperrt werden will, begeht er einen Raubüberfall, anstatt sich in eine dieser Kisten ans Meer zu setzen", wettert Genossenschaftspräsident Mauro Vanni in einem Interview mit der Zeitung. Durch die Glaskobel würde das Problem Coronavirus durch das der raschen Dehydration ersetzt. Auch Vanni stellt klar, dass räumliche Distanz das einzig wirkliche Mittel gegen eine Ausbreitung von Covid-19 unter den Badegästen darstellt – nur bitte nicht mit solchen Mitteln.

Aktuell wäre eine Reise nach Italien sowieso nicht möglich. Das Land befindet sich bis vorerst 3. Mai im kompletten Lockdown. Die Regierung hat die strikten Ausgangsverbote für die 60 Millionen Bürger kurz vor Ostern um weitere drei Wochen verlängert. Wie lange diese noch aufrecht bleiben müssen, ist unklar.

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