Wetter-Bilanz im November zeigt bedenkliche Entwicklung

Gegenüber der Donauplatte schwimmen zwei Schwäne in der Donau. Aufgenommen im November 2020
Gegenüber der Donauplatte schwimmen zwei Schwäne in der Donau. Aufgenommen im November 2020picturedesk.com/APA/Georg Hochmuth
Der November 2020 schließt mit einer Temperaturabweichung von rund plus 2 Grad deutlich zu warm und auch viel zu trocken ab.

Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) sorgte der über weite Strecken des Monats vorherrschende Hochdruckeinfluss aber nicht nur für ein zu hohes Temperaturniveau, sondern auch für einen deutlich zu trockenen und speziell im Bergland überdurchschnittlich sonnigen Herbstmonat..

Einer der 10 wärmsten November

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der November 2020 mit einer Abweichung von rund +2 Grad deutlich zu warm. Damit reiht sich der zurückliegende Monat in die Top 10 der wärmsten Novembermonate seit Messbeginn ein.

Die größten Abweichungen finden sich auf den heimischen Gipfeln wieder, wo der November sogar die Top 5 entert: "Am Feuerkogel in über 1600 m Seehöhe bilanziert der November um rund 5 Grad zu warm, ein ähnliches Bild zeigt sich mit Abweichungen jenseits der +4 Grad auf dem Patscherkofel, dem Sonnblick und der Villacher Alpe", sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. "Die relativ gesehen kühlsten Regionen waren dagegen so manche Alpentäler."

Temperaturabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im November 2020
Temperaturabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im November 2020UBIMET

Hier konnte die Luft in den oftmals sternenklaren Nächten stark auskühlen, die schwache Novembersonne vermochte es nur bedingt, die Luft tagsüber kräftig zu erwärmen. Zell am See und Aigen im Ennstal schließen den Monat ausgeglichen, zu kalte Orte sucht man im November vergeblich.

Kaum Niederschlag

Der anhaltende Hochdruckeinfluss hielt auch die meisten wetteraktiven Fronten vom Alpenraum fern, Mittelmeertiefs blieben ebenso Mangelware. Folglich verwundert es kaum, dass der November 2020 mit einer landesweiten Abweichung von rund 70 Prozent viel zu trocken ausfiel. Damit reiht sich der ablaufende Monat auf Platz 2 der trockensten November der vergangenen 60 Jahre. Lediglich anno 2011 bilanzierte der November österreichweit noch deutlich trockener.

Niederschlagsabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im November 2020
Niederschlagsabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im November 2020UBIMET

Besonders markant sind die Abweichungen in den Alpen: Zwischen der Silvretta im Westen und dem Wechsel im Osten belaufen sich die Defizite auf 90 bis 95%. Prutz und Döllach beispielsweise schrammten nur haarscharf an einem Totalausfall in Punkto Niederschlag vorbei, rund 1 Liter pro Quadratmeter wurde hier gemessen.

Selbst in den typischerweise niederschlagsreichen Staulagen der Nordalpen füllten sich die Messkübel nur spärlich. Schröcken zum Beispiel weist einen durchschnittlichen Novemberniederschlag von 162 l/m² auf, heuer waren es hier auch nur knapp 50 l/m² bzw. -70%.

Viel Sonne im Bergland, Grauer November im Flachland

Passend zum beständigen Hochdruckwetter mit viel Nebel und Hochnebel in den Niederungen und oftmals strahlendem Sonnenschein in sowie auf den Bergen präsentiert sich auch die Bilanz der Sonnenscheindauer zweigeteilt. Im Flachland hinken die Sonnenstunden im ablaufenden Monat dem Soll hinterher, Wien beispielsweise weist ein Defizit von gut 10% auf.

Monatsniederschlag im November 2020
Monatsniederschlag im November 2020UBIMET

Ganz anders dagegen das Bild auf den heimischen Gipfeln: Auf der Kanzelhöhe in Kärnten schien die Sonne bis dato schon 196 Stunden lang, 118 Stunden sind es hier im langjährigen Mittel im gesamten November. Eine Abweichung von mehr als +50% verzeichnen auch die Schmittenhöhe in Salzburg sowie der Schöckl in der Steiermark. Deutlich häufiger als im langjährigen Mittel konnte man die Sonne aber auch in den Alpentälern genießen, exemplarisch hierfür dienen Feldkirch (+50%), Bad Ischl (+60%) und Bischofshofen (+40%).

Das absolut sonnigste Fleckerl in Österreich war der Brunnenkogel, 205 Sonnenstunden wurden an der höchstgelegenen Station des Landes schon gemessen, nur der April war dort oben auf 3.400 m heuer noch sonniger

Anzahl der Sonnenstunden im November 2020
Anzahl der Sonnenstunden im November 2020UBIMET

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