Nach den zerstörerischen Unwettern am Montag zogen am Dienstag noch schwerer Unwetter durch Österreich und brachten starken Hagel, Orkanböen und heftige Gewitter. Vor allem in Tirol waren Tausende Haushalte ohne Strom, Windgeschwindigkeiten von bis zu 161 Kilometern pro Stunde deckten Häuser ab und gleichzeitig Starkregenfälle überfluteten massenweise Keller. Autobahnen, Zugstrecken und Co. mussten gesperrt werden. Im Bereich des Bahnhofs Roppen musste ein Railjet ohne Strom evakuiert werden. Auch an Bord: Bundespräsident Alexander Van der Bellen.
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"Es kommen drei Sachen zusammen", so der ehemalige und langjährige Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Michael Staudinger, am späten Dienstagabend in der ORF-"ZIB2" bei Moderator Martin Thür. Diese drei Dinge seien kühlere Luftmassen von Norden, ein "wesentlich wärmeres" Mittelmeer und an der Grenze der beiden der "Jetstream". Das begünstige die Gewitterbildung auch in Österreich und die extrem starken Windspitzen, so der Wetter-Experte. In den kommenden Tagen würden die Gewitter schwächer, aber generell bleibe die Unwettergefahr "explosiv".
Die "Abweichungen vom Mittel" seien sehr deutlich, das bringe immer extreme Wetterphänomene, so Staudinger. Und das sorge für zwei Arten von Extremen: Starkniederschläge würden wesentlich intensiver, Trockenperioden würden weit länger, so der Experte. "Das wird in Zukunft wahrscheinlich noch ausgeprägter." Oder aber auch kurz gefasst: mehr Trockenheit und mehr Muren. Apropos kurz: Wie geht es nun kurzfristig in Österreich mit dem Wetter weiter? Vor allem der Mittwoch wird noch einmal zu einem extremen Unwettertag für das ganze Land.
Am Mittwoch ziehen aus der Nacht heraus noch einige Schauer und Gewitter durch, ab dem Vormittag scheint zumindest zeitweise die Sonne. Im Bergland und im Süden gehen aber in der zweiten Tageshälfte oft heftige Gewitter mit erheblicher Unwettergefahr nieder, während von Oberösterreich bis ins Nordburgenland bei lebhaftem Westwind der Sonnenschein dominiert. Einzelne Gewitter ziehen allerdings auch hier durch. Die Höchstwerte liegen zwischen 24 und 33 Grad.
Der Donnerstag beginnt gebietsweise sonnig, sowohl an der Alpennordseite als auch im äußersten Süden aber auch mit einigen Regenschauern. Tagsüber verlagert sich der Schwerpunkt ins zentrale und südliche Bergland, dort gehen auch noch lokale Gewitter nieder. Diese fallen aber nicht mehr so heftig aus, am Bodensee, im Donauraum und im östlichen Flachland stellt sich ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein. Bei mäßigem bis lebhaftem Westwind werden maximal noch 23 bis 30 Grad erreicht.
Am Freitag ziehen an der Alpennordseite und lokal auch ganz im Süden von Beginn an einige Regenschauer durch, im Osten scheint zunächst häufig die Sonne. Tagsüber breiten sich die Schauer auf weite Landesteile aus, vor allem im Osten und Süden gehen am Nachmittag Gewitter nieder. Nur vom Bodensee bis ins Inn- und Mühlviertel beruhigt sich das Wetter und dort wird es zunehmend sonnig. Der Wind flaut ab und mit 22 bis 28 Grad gehen die Temperaturen noch ein wenig zurück.
Der Samstag hat besonders vom Innviertel bis ins Nordburgenland einige Sonnenstunden zu bieten, aber auch im Rhein- und Inntal dominiert der freundliche Wettercharakter. Im Bergland und im Süden ziehen immer wieder dichte Wolken mit Regenschauern oder lokalen Gewittern durch, zumindest gelegentlich lässt sich aber auch dort die Sonne blicken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. Je nach Sonne liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 29 Grad.