Der Juli 2021 galt eigentlich als einer der trockensten in der bereits 184-jährigen Messgeschichte der steirischen Landeshauptstadt – bis Freitag.
Am vorletzten Tag des Monats kam all das, was bis dahin vermisst wurde, bei einem heftigen Hagel-Unwetter auf einmal vom Himmel. Und noch viel mehr gleich dazu.
Die Regenmengen erreichten laut den Experten der Unwetterzentrale "ein historisches Ausmaß". An der Station Graz-Universität wurde sowohl mit der maximalen Stundenmenge von 61 l/m² als auch mit der Tagesmenge von 114 l/m² (gefallen in 6 Stunden) ein neuer Rekord für die Stadt aufgestellt.
Die nachfolgende Analyse basierend auf Radar- und Wetterstationsdaten kommt sogar auf 141 l/m² für Graz. Dies erscheint "mehr als realistisch", so die Meteorologen. Immerhin hatte die Station Graz-Andritz des Hydrographischen Dienstes sogar 172,3 l/m² gemessen hat.
Kein Wunder, dass die Feuerwehren seither im Dauereinsatz stehen. Am Samstagvormittag waren nach Angaben der Berufsfeuerwehr Graz noch rund 300 Einsatzstellen abzuarbeiten. Zahlreiche Straßen und Keller waren überflutet, zahlreiche Sturmschäden müssen beseitigt werden. Die erschreckende Bilanz >>
Neue Unwetter sind aber womöglich schon im Anmarsch. "Wir gehen davon aus, dass es um Mitternacht wieder zu einer Gewitterzelle kommen könnte", so Branddirektor-Stellvertreter Heimo Krajnz von der Berufsfeuerwehr Graz gegenüber dem ORF. Die Vorbereitungen laufen bereits, Feuerwehrkräfte aus den umliegenden Regionen sollen zur Not die Landeshauptstädter unterstützen.
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Auch an die Bürger ergeht ein Appell: "Wir bitten die Grazer Bevölkerung, weiterhin sehr vorsichtig zu sein", mahnte Krajnz.