"Planen Sie um, bleiben Sie zu Hause! Auf den Straßen besteht am Donnerstag und am Freitag in Deutschland Lebensgefahr", stellte Wetter-Experte Karsten Brandt am Dienstag unmissverständlich gegenüber der BILD klar.
Ab dem späten Donnerstagabend wird es brenzlig. Ursache ist eine gefährliche Wetterkonstellation: Ein mildes Atlantik-Tief trifft auf eine tiefgefrorene Kaltluftmasse über Europa. Brandt erklärt: "Das milde Atlantik-Sturmtief knallt auf die kalte Luftmasse über Europa, wo alles tiefgefroren ist. Und genau dort wird es gefährlich!"
Besonders kritisch wird die Nacht zu Freitag: Gegen Mitternacht verläuft die gefährliche Kontaktlinie zwischen kalter und warmer Luft quer durch Deutschland – von Niedersachsen über NRW und Hessen bis nach Thüringen und Franken. In dieser Zone kann es zu Glatteis und Eisregen kommen.
Freitagfrüh zieht das Extremwetter weiter Richtung Norden und Osten. Im Westen und Süden bleibt die Warmluft hängen, doch der Schneesturm marschiert durch. Dabei kann laut Brandt sogar ein Blizzard entstehen – ein seltenes Phänomen hierzulande.
"Es gibt massiven Schneefall im Norden und Osten Deutschlands mit mehreren Zentimetern Neuschnee. Dazu einen saustarken Wind. Der Schnee verweht, wird immer wieder aufgewirbelt. Man sieht kaum noch etwas, nur noch Weiß!", warnt der Experte in der deutschen Boulevardzeitung.
Auch in den Mittelgebirgen wird’s gefährlich: Die Schneefallgrenze sinkt dort am Freitagnachmittag auf 300 bis 400 Meter, später noch tiefer. In NRW, Hessen und dem Saarland sind orkanartige Böen zu erwarten. Brandt zu BILD:
"Dort warne ich explizit vor Lebensgefahr durch massiven Neuschnee von bis zu 40 Zentimetern, den die Modelle von Freitag bis Samstagmorgen zeigen. Es kann extreme Verwehungen geben. Das sind Bedingungen, die haben wir in Deutschland sonst eigentlich nie."
Auch Autofahrer und Fußgänger sind gefährdet: "Man kühlt sofort aus, verliert die Kraft und erfriert", warnt der Meteorologe. In den Mittelgebirgen droht zusätzlich Windbruch durch schwere Schneelast. Stromausfälle sind ebenfalls nicht ausgeschlossen.