Kriegsende 2026?

Im ersten Halbjahr – Selenskyj sieht Chance auf Frieden

Selenskyj spricht von einem "neuen Meilenstein" in den Gesprächen mit Europa und den USA und schließt ein Kriegsende im ersten Halbjahr nicht aus.
Newsdesk Heute
08.01.2026, 09:38
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Neue Bewegung in den Friedensbemühungen rund um die Ukraine: Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht einen "neuen Meilenstein" in den Gesprächen mit Partnern – und schließt ein Ende des Krieges noch in der ersten Hälfte des Jahres 2026 nicht aus.

Bei einem Besuch in Zypern erklärte Selenskyj am Mittwoch, die Verhandlungen mit europäischen Staaten, den USA und der sogenannten "Koalition der Willigen" hätten spürbar an Fahrt aufgenommen. "Wir stellen fest, dass die Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern und natürlich mit den USA und allen Mitgliedern der Koalition der Willigen einen neuen Meilenstein erreicht haben", sagte der Präsident.

Druck auf Moskau

In Nikosia war zum Auftakt der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Zyperns auch die EU-Spitze versammelt. Laut der Nachrichtenagentur Interfax Ukraina fügte Selenskyj hinzu: "Wir sind uns bewusst, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft beendet werden kann."

Zugleich machte Selenskyj klar, dass der Druck auf Moskau nicht nachlassen dürfe. Sanktionen seien weiterhin ein zentrales Mittel, um Russland zu einem Einlenken zu bewegen. "Jeden Dollar, den Russland verliert, verliert es als Aggressor."

Rückenwind bekommt die Ukraine auch durch ein Gipfeltreffen von Unterstützerstaaten in Paris. Dort wurden Sicherheitsgarantien für den Fall eines Waffenstillstands zugesagt, zudem wurden die Pläne konkreter, wie ein möglicher Frieden militärisch abgesichert werden könnte. Frankreich, Großbritannien und weitere Länder zeigten sich bereit, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Andere Staaten, darunter Deutschland, signalisierten Unterstützung durch militärische Maßnahmen außerhalb des Landes. Für Moskau gilt die mögliche Präsenz ausländischer Truppen allerdings weiterhin als Grund, Friedensvorschläge abzulehnen.

Gespräche zwischen Ukraine und USA

Parallel dazu wurden die Gespräche zwischen ukrainischen und US-Beratern fortgesetzt. Einen Tag nach dem Pariser Gipfel erklärten beide Seiten, an den Bedingungen für einen Waffenstillstand weiterzuarbeiten. "Wir gehen davon aus, dass die schwierigsten Punkte eines Rahmens zur Beendigung des Krieges erörtert werden, insbesondere zum Atomkraftwerk Saporischschja und zu den Gebieten", schrieb Selenskyj am Mittwoch im Onlinedienst X.

Der Präsident betonte dabei erneut die Gesprächsbereitschaft seines Landes: "Die Ukraine scheut nicht vor den schwierigsten Fragen zurück und wird niemals ein Hindernis für den Frieden sein." Nun liege es an den Partnern, "ob sie Russlands Bereitschaft sicherstellen, den Krieg zu beenden". Auch mögliche Treffen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zwischen der Ukraine, europäischen Staaten und den USA seien Thema. Das Gespräch am Mittwoch sei bereits die dritte Runde mit US-Vertretern innerhalb von zwei Tagen gewesen.

Der neue Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Kyrylo Budanow, stellte ebenfalls weitere Ergebnisse der Gespräche in Aussicht. Über Telegram betonte er, die nationalen Interessen der Ukraine würden gewahrt. Kiew lehnt weiterhin die russische Forderung ab, die östliche Industrieregion Donbass abzutreten. Selenskyj hatte am Dienstagabend erklärt, Vertreter der USA und der Ukraine hätten "einige Ideen" zur Lösung der Gebietsfrage diskutiert. Demnach brachten die USA unter anderem eine freie Wirtschaftszone in Teilen einer Region ins Spiel, aus denen sich die Ukraine zurückziehen würde.

Baldiges Treffen mit Donald Trump

Unterdessen hofft Selenskyj auf ein baldiges weiteres Treffen mit US-Präsident Donald Trump und nannte Washington als möglichen Ort. Gleichzeitig räumte er ein, von den Verbündeten bisher keine klare Zusage erhalten zu haben, die Ukraine im Fall weiterer russischer Aggression militärisch zu schützen. Politischer Wille sei vorhanden, sagte Selenskyj – entscheidend seien jedoch rechtlich bindende Sicherheitsgarantien.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 08.01.2026, 11:06, 08.01.2026, 09:38
Jetzt E-Paper lesen