Mit einer neuen Funktion will WhatsApp die Privatsphäre seiner Nutzer verbessern: Künftig soll man Kontakte über Benutzernamen finden können, ohne die eigene Handynummer preisgeben zu müssen. Doch die Neuerung hat einen Haken.
Sicherheitsexperten schlagen Alarm. Betrüger könnten sich die Namen bekannter Persönlichkeiten sichern und diese für kriminelle Zwecke missbrauchen. Genau das scheint bereits zu passieren.
Wie heise.de berichtet, musste Changpeng Zhao, Gründer der Kryptobörse Binance, feststellen, dass sein bekannter Twitter-Name "cz_binance" bei WhatsApp nicht mehr verfügbar ist - obwohl er ihn selbst nicht reserviert hat.
WhatsApp-Betreiber Meta wiegelt ab: Die Benutzernamen prominenter Personen seien bereits für diese reserviert und geschützt. Das gilt auch für Nutzernamen von Facebook und Instagram.
Allerdings scheint der Schutz Lücken zu haben. Namen von anderen Plattformen wie X (früher Twitter) werden offenbar nicht automatisch blockiert. Beobachter befürchten, dass Kriminelle diese Lücke ausnutzen könnten.
Besonders kritisch wird die Funktion in Indien gesehen, wo über 500 Millionen Menschen WhatsApp nutzen. Das indische Ministerium für Informationstechnologie hat laut Berichten bereits Bedenken geäußert.
Die Behörde warnt: Die Funktion könnte "die Häufigkeit von Online-Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl erheblich erhöhen", wenn Betrüger Nutzer kontaktieren können, ohne ihre echte Nummer preiszugeben.
Die Benutzernamen müssen zwischen drei und 35 Zeichen lang sein. Als Extra-Schutz kann man einen vierstelligen "Username-Key" festlegen - nur wer beides kennt, kann eine Unterhaltung starten.
Bisher kann man seinen Wunschnamen zwar schon reservieren, die volle Funktion wird aber erst im Laufe des Jahres schrittweise ausgerollt. Meta verspricht, auf Feedback zu hören.