Keine Sonderbehandlung

Wie alle anderen: Mette-Marit muss auf Lunge warten

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) kämpft gegen eine unheilbare Lungenkrankheit und steht auf der Warteliste für eine Spenderlunge.
Heute Entertainment
07.06.2026, 16:23
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Auf der Warteliste für eine Spenderlunge zählt kein Titel, kein Status und keine Herkunft – das gilt auch für Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. Die 52-Jährige leidet an einer schweren Lungenfibrose und ist auf eine lebensrettende Transplantation angewiesen. Doch bevorzugt wird sie deshalb nicht.

Oberarzt Are Martin Holm macht unmissverständlich klar: "Man nennt es Warteschlange, aber es gibt keine Nummern." Sobald ein Spenderorgan verfügbar ist, entscheiden medizinische Faktoren wie Größe, Blutgruppe und Verträglichkeit.

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Erst danach wird geprüft, wer am dringendsten Hilfe braucht. "Von denen, zu denen es passt, wählen wir denjenigen, der noch am wenigsten Zeit hat", so Holm. Gemeint ist: der Patient, der dem Tod am nächsten ist.

"Kein Platz für Sonderregeln"

Der Mediziner stellt klar, dass es keinerlei Ausnahmen gibt – auch nicht für die Ehefrau des künftigen norwegischen Königs. "Wir geben immer dem Vorrang, der am schwersten erkrankt ist", sagt Holm. "Wir halten uns strikt an das Protokoll. Niemandem ist damit gedient, wenn wir davon abweichen."

Damit ist klar: Mette-Marit steht auf der gleichen Liste wie alle anderen Patienten auch. Der royale Status spielt bei der Vergabe eines Organs keinerlei Rolle.

Nur wenige Spenderorgane verfügbar

Aktuell befinden sich in Norwegen nur rund acht Patienten auf der Warteliste für eine Spenderlunge. Die Zahl der verfügbaren Organe ist jedoch extrem gering. Deshalb wird die Liste eng überwacht und ständig neu bewertet.

Die Universitätsklinik in Oslo ist auf solche Eingriffe spezialisiert und führt jährlich rund 30 Lungentransplantationen durch. Um die Chancen zu erhöhen, arbeitet Norwegen zudem mit anderen nordischen Ländern zusammen.

Über die Organisation "Scandiatransplant" werden Organe grenzüberschreitend vermittelt – teilweise sogar aus ganz Europa.

Warten ohne Ausnahme

Für Mette-Marit bedeutet das: Sie muss genauso warten wie jeder andere schwerkranke Patient. Kein schnellerer Zugang, keine Bevorzugung – sondern ein Platz in einem hochkomplexen medizinischen System, in dem allein die Dringlichkeit über Leben und Tod entscheidet.

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