Für Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit beginnt das wohl schwerste Kapitel ihres Lebens. Die Ehefrau von Kronprinz Haakon steht mittlerweile auf der Warteliste für eine Spenderlunge. Bei einer Pressekonferenz in Oslo machten ihre Ärzte nun deutlich, wie kritisch ihre Situation tatsächlich ist.
Besonders die Worte von Oberarzt Are Martin Holm lassen aufhorchen. "Das bedeutet, dass die Lebenserwartung nur noch sehr gering ist", erklärte der Mediziner über Patienten, die auf die Transplantationsliste aufgenommen werden. Ohne neue Lunge liege die Lebenserwartung oft nur noch bei etwa einem Jahr.
Die unheilbare Lungenfibrose der Kronprinzessin habe sich zuletzt deutlich verschlechtert. "Wir sehen, dass sich im vergangenen Jahr wesentlich mehr Narbengewebe in der Lunge gebildet hat", sagte Holm. Besonders alarmierend: Die Lungenfunktion habe sich allein in den vergangenen drei Monaten massiv verschlechtert. "Das ist gefährlich."
Damit wird klar, warum Mette-Marit inzwischen rund um die Uhr erreichbar sein muss. Auslandsreisen sind tabu, jede Infektion muss sofort gemeldet werden. Sobald eine passende Spenderlunge verfügbar ist, könnte alles sehr schnell gehen.
Auch Herz- und Lungenchirurg Arnt Fiane schilderte schonungslos, was der Kronprinzessin bevorsteht. Für die Transplantation müsse der Brustkorb geöffnet und eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden.
"Das Herz wird angehalten", erklärte der Arzt. Anschließend werden die erkrankten Lungen entfernt und die Spenderorgane eingesetzt. Der Eingriff dauert zwischen drei und fünf Stunden, danach kann ein Krankenhausaufenthalt von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten notwendig sein.
Zusätzliche Probleme entstehen, wenn die kranken Lungen bereits mit umliegendem Gewebe verwachsen sind. Dann steigt das Risiko für Blutungen und weitere Komplikationen erheblich.
Besonders düster wurde es, als Holm über die Überlebenschancen sprach. "Tatsächlich schafft jeder achte Patient das erste Jahr nicht", sagte der Lungenexperte offen.
Auch langfristig bleibt das Risiko hoch: Zehn Jahre nach einer Lungentransplantation lebt laut norwegischen Daten nur noch etwa die Hälfte der Patienten.
Trotzdem betonen die Ärzte, dass die Alternative noch deutlich schlechter wäre. "Das Ziel einer Lungentransplantation ist ein gutes Leben", so Holm. Viele Patienten könnten nach dem Eingriff wieder viele Jahre mit guter Lebensqualität verbringen.
Für Mette-Marit beginnt nun das bange Warten auf den entscheidenden Anruf. Wann eine passende Spenderlunge gefunden wird, kann niemand vorhersagen. Fest steht nur: Für die Kronprinzessin geht es jetzt um alles.