Ausgerechnet in einer der schwersten Phasen ihres Lebens könnte Mette-Marit bald Unterstützung von ihrem Sohn bekommen. Wie norwegische Medien berichten, hat Marius Borg Høiby (29) beantragt, seine Untersuchungshaft gegen eine elektronische Fußfessel einzutauschen.
Der Grund: Er möchte in die Nähe seiner schwer kranken Mutter zurückkehren.
Der Sohn der Kronprinzessin sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Gegen ihn laufen schwerwiegende Verfahren, unter anderem wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Die Staatsanwaltschaft fordert laut Berichten sieben Jahre und sieben Monate Haft. Ein Urteil wird für den 15. Juni erwartet.
Trotzdem hofft Høiby nun auf eine vorübergehende Lockerung seiner Haftbedingungen. Sein Anwalt Petar Sekuli bestätigte gegenüber dem norwegischen Fernsehsender TV 2, dass ein entsprechender Antrag gestellt wurde.
Sollte das Gericht zustimmen, würde Marius in ein gemietetes Haus auf dem weitläufigen Anwesen von Skaugum ziehen – jenem Schlossgelände, auf dem auch Kronprinzessin Mette-Marit mit ihrer Familie lebt.
Die Situation seiner Mutter dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen. Erst diese Woche wurde bekannt, dass sich ihr Gesundheitszustand deutlich verschlechtert hat. Kronprinz Haakon (52) sprach offen darüber, dass seine Frau "viel schlechter" geworden sei. Medienberichten zufolge steht die 52-Jährige mittlerweile auf der Warteliste für eine Spenderlunge.
Für Marius ist es nicht der erste Versuch, das Gefängnis vorzeitig verlassen zu dürfen. Bereits Anfang Mai beantragte er eine Haftentlassung mit elektronischer Fußfessel. Damals argumentierte er, dass die Bedingungen in der Haft seine psychische Gesundheit massiv belasteten.
Das Amtsgericht in Oslo lehnte den Antrag jedoch ab.
Ob die Richter diesmal anders entscheiden, ist offen. Die schwere Erkrankung seiner Mutter könnte allerdings ein neues Argument darstellen. Noch wurde über den aktuellen Antrag nicht entschieden.
Damit treffen derzeit zwei Krisen aufeinander, die das norwegische Königshaus seit Monaten erschüttern: Auf der einen Seite die dramatische Gesundheitslage der zukünftigen Königin, auf der anderen die juristischen Probleme ihres Sohnes.