Wie Austro-Entwickler an großen Games mitarbeiten

Der "Microsoft Flight Simulator" entstand teilweise in Österreich.
Der "Microsoft Flight Simulator" entstand teilweise in Österreich.Microsoft
Heimische Studios sind wesentlich an der Entwicklung internationaler Blockbuster beteiligt.

Anlässlich der (in diesem Jahr online stattfindenden) Gamescom-Messe präsentierte die Wirtschaftskammer eine Bestandsaufnahme der Games-Industrie in Österreich. "Videospielentwicklung findet mittlerweile sehr stark international vernetzt statt", erklärt Michael Fink, Vorsitzender des österreichischen Developerverbands Pioneers. "Moderne Multimillionen-Dollar-Produktionen mit hunderten Entwicklerinnen und Entwicklern – das lässt sich zusehends nur stemmen, indem man externe Unterstützung holt." Zum Beispiel aus Österreich. Heimische Studios waren und sind beteiligt an der Entwicklung von Top-Games wie "World of Tanks: Frontline" (Bongfish, Graz), "Die Siedler" (Mi’pu’mi Games, Wien), "Sea of Thieves" (Purple Lamp, Wien) oder "Fortnite" (Rabcat, Wien).

Ein Massenphänomen

Wie sehr Computer- und Videospiele auch hierzulande im Massenmarkt angekommen sind, zeigt eine Studie aus dem Vorjahr. Demnach ist die Anzahl der Spielerinnen und Spieler in Österreich auf zuletzt 5,3 Millionen gewachsen. Das heißt: Knapp 60 Prozent der Gesamtbevölkerung spielen. "Diese Zahlen unterstreichen, dass digitale Unterhaltung sich als Medium fest etabliert hat und aus dem Freizeitalltag von 5,3 Millionen Österreicherinnen und Österreichern nicht mehr wegzudenken ist", so Niki Laber, Präsident des Österreichischen Verbands für Unterhaltungssoftware (ÖVUS).

Das Durchschnittsalter von Gamern in Österreich beträgt 35 Jahre, der Anteil von Männern (54 Prozent) und Frauen (46 Prozent) ist fast ausgeglichen. Am liebsten spielen die Österreicherinnen und Österreicher übrigens auf dem Smartphone (44 Prozent), gefolgt von Konsole (26 Prozent) und PC (25 Prozent).

Esport als Mega-Geschäft

Auch das kompetitive Spielen von Videogames erlebt seit einigen Jahren erneuten Aufwind in Österreich. Der Esport Verband Österreich (ESVÖ) zählt rund 50.000 aktive heimische eSportlerinnen und eSportler. Laut einer Studie der A1 Telekom Austria konsumiert jeder fünfte 14- bis 24-Jährige mindestens einmal pro Woche Esport-Inhalte, Tendenz steigend.

2023 soll es weltweit knapp über 3 Milliarden Spielerinnen und Spieler geben, prognostiziert das Consulting-Büro Newzoo. Das wären knapp eine halbe Milliarde mehr als 2019. Der globale Videospielmarkt wird den Prognosen zufolge im selben Zeitraum von 159,3 Mrd. US-Dollar auf 200,8 Mrd. US-Dollar wachsen. Für die heimische Developer-Szene stellt der globale Spielemarkt damit ein immenses Potenzial dar.

"Microsoft Flight Simulator" hebt mit Austro-Technik ab

Ein aktuelles Beispiel, wie heimische Unternehmen in der internationalen Spieleentwicklung mitmischen, ist Blackshark.ai. Das in Graz, Wien und San Francisco ansässige Schwesterunternehmen von Österreichs ältestem Entwicklerstudio Bongfish generiert aus Satellitenfotos einen Großteil der Städte- und Gebäudegrafiken für den neuen "Microsoft Flight Simulator". Das Team aus über 50 AI-Spezialistinnen und -Spezialisten, Geospatial Engineers, Rendering-Developern und Datenwissenschafterinnen und -wissenschaftern hat drei Jahre lang an dem Projekt gearbeitet.

"Die langjährige Erfahrung im Technologiebereich sowie der Ausbildungscluster in Graz haben diese Kooperation überhaupt ermöglicht und zeigen, wie hoch die Ansprüche für das Engineering in Spielen bereits sind, die österreichische Firmen aber in der Lage sind, für den Weltmarkt zu erbringen", so Michael Putz, Geschäftsführer von Blackshark.ai und CEO von Bongfish.

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