Zehn Jahre Bayern – für Jerome Boateng geht nach dieser Saison eine Ära zu Ende. 2011 war der ehemalige deutsche Teamspieler zum Rekordmeister gewechselt. Seither ist er in der Innenverteidigung eine feste Größe. Unter Niko Kovac außen vor, zählt er unter Trainer Hansi Flick wieder zum Stammpersonal und war mit einer starken letzten Saison maßgeblich am Triple-Gewinn beteiligt. Auch heuer bringt der 32-Jährige gute Leistungen.
Flick wollte ihn halten. Sportvorstand Hasan Salihamidzic war anderer Meinung. Der Vertrag von Boateng wird nicht verlängert. Wie ÖFB-Star David Alaba wird auch Boateng den Verein im Sommer verlassen. In der Causa Alaba scheiterten die Verhandlungen am Geld, Boateng muss unfreiwillig gehen.
Das sorgt für Unverständnis. Unwürdig finden viele Fans auch die Art und Weise, wie mit dem verdienten Spieler in seinen letzten Wochen beim Klub umgegangen wird. "Sport1" schildert, wie Boateng selbst von der bevorstehenden Ausbootung erfahren hat.
Unmittelbar vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain (2:3) wurde von Salihamidzic die Trennung im Sommer verkündet. Boateng wurde das am selben Tag, nach dem Anschwitzen für die so wichtige Partie, mitgeteilt. Boateng saß auf der Bank, wurde aber kurz vor der Halbzeit für Niklas Süle eingewechselt.
Das könnte der Grund für Flicks gereizte Stimmung sein, als er nach der Niederlage auf die Boateng-Entscheidung angesprochen wurde. Ob ihn solche Aktionen stören? "Diese Frage beantworte ich nicht. Ich muss hier professionell den Fragen antworten. Alles muss ich aber nicht beantworten, weil ich es auch nicht möchte. Ich muss da auch ein bisschen schauspielern, das gehört auch dazu zum Trainerjob."