Wie ein Anruf Facebook 150 Mrd. Dollar kostete

Der Aktienkurs des Social-Media-Giganten brach in der Nacht auf Donnerstag zeitweise um bis zu einem Viertel ein. So reagierten die Medien weltweit.

"Jetzt tut es weh", schreibt die "FAZ" in einem Kommentar zu den schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von Facebook. Der Konzern sei im Mark getroffen und Herausforderungen wie neue Regulierungen und der Verlust an Popularität bei der jüngeren Zielgruppe würden sich jetzt bemerkbar machen.

Die "New York Times" titelt indessen "Facebook bezahlt jetzt den Preis für seine Skandale". Dazu gehört etwa der prominente Datenschutzvorfall mit Cambridge Analytica, bei dem von der externen Firma mehr Nutzerdaten gesammelt wurden, als eigentlich erlaubt gewesen wären.

Ein teurer Anruf

Grund für den Einbruch des Facebook-Aktienkurses war eine Telefonkonferenz mit Analysten. Diese sogenannten Earnings Calls machen börsennotierte Unternehmen regelmäßig, um ihre Investoren und Experten aus der Finanzbranche auf dem Laufenden zu halten. So schlimm hatte es sich Firmenchef Mark Zuckerberg aber wohl nicht vorgestellt.

Für die britische Tageszeitung "The Guardian" liegt der Einbruch vor allem daran, dass das Unternehmen die Analysten davor gewarnt hatte, dass sich die Umsatzentwicklung künftig verlangsame. Zudem habe die Zahl der Facebook-Nutzer – sowohl nach täglicher wie auch nach monatlicher Nutzung – in Europa erstmals abgenommen.

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Das gleiche Lied

Auch in den deutschsprachigen Medien ist der Einbruch ein wichtiges Thema. "Die Presse" schreibt, der Einbruch bei den europäischen Nutzern sei für den Konzern verschmerzbar, da europäische Nutzer deutlich weniger Geld bringen würden als solche aus Nordamerika.

Die "Süddeutsche Zeitung" führt den Absturz nach dem Quartalsbericht hauptsächlich auf die schwachen Zahlen zurück, die auf die Einführung der europäischen Datenschutzverordnung zurückzuführen seien. Das Unternehmen sei aber nach wie vor eine Geldmaschine.

Verluste in Milliardenhöhe

Das private Vermögen von Mark Zuckerberg reduzierte sich wegen des Einbruchs zwischenzeitlich um fast 17 Milliarden Dollar. Nicht nur ihm, sondern auch der Schweizer Nationalbank könnte ein dauerhafter Einbruch der Facebook-Aktie allerdings teuer zu stehen kommen.

Die Zentralbank hält knapp neun Millionen handelbare Facebook-Aktien (Stand März 2018) und hat somit mehr Anteile als der Firmenchef und -gründer Mark Zuckerberg selbst. Ob es nur um einen kurzfristigen Einbruch oder eine längere Baisse handelt, ist derzeit jedoch schwer einzuschätzen.

Offizielle Stellungnahme

Auch Firmenchef Mark Zuckerberg äußerste sich via Facebook zu den Zahlen, blieb aber positiv. Über zweieinhalb Milliarden Menschen würden jeden Monat eine der Apps von Facebook verwenden, zu denen etwa auch WhatsApp und Instagram gehören. Zudem werde viel investiert, um die Nutzung sicherer und glaubwürdiger zu machen. (swe)

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