Musiker ungewöhnlich privat

"Wie ein Beben" – Grönemeyer spricht über Tod von Frau

Kurz vor seinem 70. Geburtstag spricht Herbert Grönemeyer offen über den Tod seiner Frau – und wie er danach weitermachen musste.
Newsdesk Heute
10.04.2026, 16:35
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Herbert Grönemeyer zeigt sich so persönlich wie selten: In der ARD-Doku "Grönemeyer – Alles bleibt anders" spricht der Musiker kurz vor seinem 70. Geburtstag offen über den schwersten Einschnitt seines Lebens – und darüber, wie er gelernt hat, mit dem Verlust zu leben.

Seit Jahrzehnten zählt Grönemeyer zu den prägendsten Künstlern Deutschlands. Millionen verkaufte Alben, volle Stadien und Songs, die Generationen begleiten, markieren seine Karriere. Doch hinter diesem Erfolg steht eine tiefe persönliche Tragödie, die ihn bis heute begleitet.

Der Ursprung dieses Schmerzes liegt im Jahr 1998. Nur wenige Tage auseinander reißen zwei Todesfälle eine Lücke in sein Leben: Zuerst stirbt sein Bruder Wilhelm an Leukämie, kurz darauf verliert er seine Ehefrau Anna, die mit nur 45 Jahren an Brustkrebs stirbt. Kennengelernt hatten sich Grönemeyer und Anna Henkel bereits 1987 bei Dreharbeiten, wo sie die Hauptrollen spielten. Aus der Begegnung wurde Liebe, später Ehe – und eine Familie mit zwei Kindern.

"Es kommt alles zum Stillstand"

Die Erinnerungen an diese Zeit beschreibt Grönemeyer heute eindringlich, aber ohne Pathos: "Es kommt alles zum Stillstand. Es ist wie ein Beben, es ist Stille. Große Stille". Trotz der überwältigenden Trauer blieb ihm keine Wahl, als weiterzumachen – vor allem wegen seiner Kinder. "Du kannst dir ja keine Stille leisten", sagt er rückblickend und ergänzt: "Die sind auch noch da. Und dann fragt man sich: Was machen wir jetzt?"

Ausgerechnet aus dieser Phase entstand eines seiner bedeutendsten Werke. Das Album "Mensch" wurde mit mehr als 3,6 Millionen verkauften Exemplaren zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Alben überhaupt. Besonders der Song "Der Weg", den er seiner verstorbenen Frau widmete, zählt zu den emotionalsten Titeln seiner Karriere.

Heute spricht Grönemeyer offen darüber, wie sich seine Sicht auf Trauer verändert hat. Für ihn ist sie nichts, das verschwindet: "Trauer heißt für mich, jemanden in Ehren zu halten". Gleichzeitig schließt das neues Glück nicht aus: "Man kann parallel dazu versuchen, sich das Glück wieder zurechtzubasteln." Trauer sei vielmehr "wie eine neue Farbe im Leben" – etwas, das bleibt und Teil von allem wird.

Keine Gedanke an Karriereende

2016 fand der Musiker erneut privates Glück und heiratete Josefine Cox. Die Beziehung hält er bewusst aus der Öffentlichkeit heraus. Gemeinsam haben sie ein Kind. Auch seine Kinder aus erster Ehe hätten die neue Beziehung als "sehr schön" empfunden, erzählt er.

An ein Karriereende denkt Grönemeyer indes nicht. Seit über 40 Jahren steht er auf der Bühne – und das soll auch so bleiben. Für 2027 ist bereits die nächste große Arena-Tour geplant. Am 7. Juni wird er dabei auch im Zürcher Hallenstadion auftreten.

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