Wie gefährlich ist neue Virus-Variante "Delta Plus"?

Indien will die neue Variante der "Delta"-Mutation weiter untersuchen.
Indien will die neue Variante der "Delta"-Mutation weiter untersuchen.TAUSEEF MUSTAFA / AFP / picturedesk.com
Während bei uns "Delta" die Lockerungen wackeln lässt, sorgt sich Indien schon um die nächste Mutation. "Delta Plus" hat auch Europa bereits erreicht.

361 Fälle der gefährlichen Coronavirus-Variante "Delta" gibt es mittlerweile in Österreich. Das erste Bundesland hat aufgrund dessen schon seinen Impfplanumgestellt und Experten sehen die nächsten Lockerungen für den Sommer bereits wackeln. Doch damit noch nicht genug. Nun meldet Indiens Gesundheitsministerium schon wie die nächste Mutation. "Delta Plus" soll besonders ansteckend sein , sich stärker an Lungenzellen binden und könnte möglicherweise gegen Antikörpertherapien resistent sein, hieß es in einer Mitteilung.

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Wie der inoffizielle Name verrät, ist sie mit der bereits weitverbreiteten Delta-Mutation verwandt, die vergangenes Jahr ebenfalls zuerst in Indien identifiziert wurde. Allerdings ist die auch als B.1.617.2.1 oder AY.1 benannte Variante zusätzlich mit der Spike-Mutation K417N "ausgestattet", die auch in der zunächst in Südafrika entdeckten Beta-Mutation vorgekommen ist.

Bei unseren Nachbarn angekommen

Inzwischen seien rund 40 "Delta Plus"-Fälle in drei indischen Bundesstaaten sowie weitere Fälle in neun anderen Ländern erfasst worden, heißt es aus dem Gesundheitsministerium in Neu Delhi.

Laut der globalen Viren-Datenbank GISAIDwurden bisher insgesamt 166 "Delta Plus"-Fälle weltweit gemeldet. Davon 14 Fälle in den USA, 13 in Japan, 12 in Portugal, neun in Polen, vier in der Schweiz, zwei in Nepal und jeweils ein Fall in Deutschland, Russland und Kanada.

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Fehlende Daten

Führende Virologen stellen die höhere Einstufung von "Delta Plus" jedoch in Frage. "Es gibt noch keine Daten, die die Behauptung einer besorgniserregenden Variante unterstützen", sagte Dr. Gagandeep Kang, eine führende Londoner Virologin dem britischen Sender "BBC". Man benötige weitere biologische und klinische Daten, um das zu prüfen.

Laut Dr. Jeremy Kamil, Virologe an der Louisiana State University, würde die indische Regierung "eher überreagieren, als später kalt erwischt zu werden, wie es bei der Delta-Variante der Fall war". Die indische Regierung wurde international heftig dafür kritisiert, die Gefahr der ursprünglichen Delta-Variante zu spät erkannt zu haben.

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