Eigentlich wurde die Wahl zum Weltfußballer bereits abgesagt. Die Gründe: Einerseits die Angst vor Corona-Ansteckungen bei der Preisverleihung, andererseits vermeintlich ungleiche Chancen, da Verbände unterschiedlich auf die Pandemie reagiert hatten. So legten sich die Franzosen quer, deren Liga vorzeitig abgebrochen worden war. Die übrigen Top-Ligen wurden nach der ersten Welle hingegen regulär beendet.
Mit Finalist Paris Saint-Germain und Bayerns unterlegenem Halbfinalgegner Lyon sorgen zudem zwei französische Klubs beim Champions-League-Finalturnier in Lissabon für Furore. Vor dem Endspiel PSG gegen Bayern kristallisiert sich heraus, dass der "Goldene Ball" dieses Jahr doch einen Abnehmer finden könnte.
Treibende Kraft dahinter: Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Er machte sich bei der FIFA stark, die Wahl durchzuführen. FIFA-Präsident Gianni Infantino habe ihm versichert, dass es einen Weltfußballer geben werde, verriet er jüngst. Rummenigges Lobbyismus ist nicht ganz uneigennützig, schließlich könnte heuer einer seiner Schützlinge die Dominanz von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo brechen. Seit 2008 hatte der Sieger sechs Mal Messi, fünf Mal Ronaldo geheißen. Nur Luka Modric konnte mit seinem Titel 2018 für ein wenig Abwechslung sorgen.
Heuer hat Titelverteidiger Messi schlechte Karten. Zwar wurde der Argentinier Torschützenkönig der La Liga, verlor aber den Meisterkampf gegen Real und schied mit Barca gegen Bayern mit einem 2:8 im Viertelfinale aus der Champions League aus. Ronaldo schoss Juve mit 31 Serie-A-Treffern zum Meistertitel. In der Königsklasse war schon im Achtelfinale gegen Lyon Endstation.
Lewandowski greift mit den Münchnern nach dem Tiple. Der Pole ist in der Form seines Lebens. Mit 34 Toren in 31 Spielen zerschoss der 31-Jährige die Bundesliga. In der Champions League hält er bei unglaublichen 15 Treffern. Beim Pokalsieg gegen Leverkusen schoss er zwei Finaltore. Schießt er sein Team auch im Endspiel gegen Paris zum Sieg, führt an Lewandowski wohl kein Weg vorbei.
Die Superstars von PSG, Kylian Mbappe und Neymar Jr. wurden durch den Abbruch vorzeitig französischer Meister und könnten nun den ersten Champions-League-Triumph ihres Klubs feiern.