Wien bekommt ein zweites "Zoom"-Kindermuseum

Ein zweites "Zoom"-Kindermuseum will Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler in Transdanubien errichten.
Ein zweites "Zoom"-Kindermuseum will Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler in Transdanubien errichten.Denise Auer
Raus aus der City, rein in die Flächenbezirke: Die Stadt will die Kultur in den Grätzeln stärken. In Transdanubien soll ein zweites "Zoom" entstehen.

Viele Eltern kennen die Herausforderung: Wenn das neue Programm vom "Zoom Kindermuseum" auf der Homepage veröffentlicht wird, heißt es schnell sein. Meist sind die Termine in kürzester Zeit vergriffen. Danach gilt nur noch das Prinzip "Hoffnung"– auf Restkarten an der Tageskassa. Noch ein Ticket zu ergattern ist auch im Jugendtheater "Das Dschungel" nicht immer leicht. Beide Häuser im MuseumsQuartier sind meist sehr gut besucht – sofern sie aufsperren dürfen.

Gleichzeitig ziehen immer mehr junge Familien nach Transdanubien. Kulturelle Einrichtungen, wie "Das Dschungel" oder das Mitmach-Museum "Zoom", gibt es allerdings weder in Floridsdorf noch in der Donaustadt. Das weiß auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und hat angekündigt, ein "Zoom" über der Donau errichten zu wollen. Auch "Das Dschungel" soll eine Dependance in Floridsdorf oder Donaustadt bekommen. "Zeit, die Ärmel rauf zu strecken", so die parteilose Stadträtin. Ein weiterer Standort sei "dringend notwendig". Gemeinsam mit den Bezirken will Kaup-Hasler deshalb "möglichst bald" geeignete Standorte finden.

"Ein gutes Museum ist für jedes Kind interessant"

Bis es so weit ist, rührt Kaup-Hasler für alle anderen Museen, die ab Montag wieder aufsperren dürfen, die Werbetrommel. "Denn Eltern müssen die Scheu verlieren, dass Museen wie das Kunsthistorische oder die Kunsthalle Wien nichts für Kinder seien", so die Politikerin. "Ein gutes Museum ist für jedes Kind interessant", ist sich die Stadträtin sicher. Wie groß die beiden neuen Häuser werden sollen, steht aber noch in den Sternen.

Stadt stockt Kultur-Budget auf

Fix ist hingegen das Kulturbudget für 2021: 282,7 Millionen Euro fließen nächstes Jahr in die krisengebeutelte Branche – 3,3 Millionen Euro mehr als noch 2020 ("Heute" berichtete). Die Szene schaut auf ein herausforderndes Jahr zurück. Obwohl einige Bereiche monatelang geschlossen waren und auch noch bleiben, sterbe die Kultur, entgegen mancher Befürchtungen, keinen Corona-Tod, so Kaup-Hasler. Im Gegenteil: "Die Lebendigkeit und der Hunger auf Kunst und Kultur sind sogar stärker spürbar". Das hätte man gemerkt, als alle Kultureinrichtungen für kurze Zeit geöffnet waren. Das Interesse war groß. "Es ist das Jahr, wo auch der Bevölkerung besonders bewusst wurde, wie sehr sie Kunst und Kultur braucht".

ZOOM Ausstellung "VON KOPF BIS FUSS"
ZOOM Ausstellung "VON KOPF BIS FUSS"ZOOM Children's Museum/J.J. Kucek

Mehr Geld für Corona-Maßnahmen nötig

Umso wichtiger war es für Kaup-Hasler das Kulturbudget für das nächste Jahr aufzustocken. "Das schafft Vertrauen", so die Politikerin. Auch Subventionen laufen weiter, "die sollen aber an die Künstler und Beschäftigen weitergegeben werden", mahnt Kaup-Hasler. "Ich war bei den Budgetverhandlungen vor dem Hintergrund der besonderen Belastungen durch die Pandemie nicht maßlos. Fest steht aber auch, es wird noch einiges an Geld für Corona-Maßnahmen brauchen". Bürgermeister Michael Ludwig und Finanzstadtrat Peter Hanke würden sie hier auch unterstützen.

Dass die Museen am Montag wieder aufsperren dürfen, sieht die studierte Theaterwissenschaftlerin positiv. Die Schließung großer Häuser war für sie "nicht nachvollziehbar". Bis dato sei ihr kein Cluster aus der Kultur- und Kunstbranche bekannt.

Kultur soll in die Grätzl kommen

Weitere Projekte für das Jahr 2021: Mit sogenannten Ankerzentren will die Stadt die Kultur in die Bezirke tragen. Vorreiter sind das Kulturhaus Brotfabrik in Favoriten, Soho im Ottakringer Sandleitenhof oder das F23 in Liesing. Sie werden mit 1 Million Euro subventioniert. Daneben wird Shift mit zahlreichen partizipativen Bezirksprojekten weiterentwickelt. Und der Kultur-Token soll im Mai an den Start gehen. Dabei handelt es sich um ein digitales Bonussystem, das mittels einer App umweltbewusstes Verhalten mit freiem Zugang zu Kulturveranstaltungen honoriert.

Historiker beraten über Lueger-Denkmal

Weiter geht es auch in der Debatte um das umstrittene Karl-Lueger-Denkmal. Hier will die Stadt mit Bezirk, Bewohner und Historiker in Dialog treten. Neue Zusatztafeln soll es währenddessen für die Mohrengasse in der Leopoldstadt geben. Auch hier werden Historiker beauftragt, sich die Geschichte näher anzusehen. "Bei Umbenennungen muss man unbedingt vorsichtig sein, Umbenennungen sind sehr radikale Schritte, die sehr gut mit Wissenschaftlern und den davon betroffenen Anrainern besprochen werden müssen.", erklärt Kaup-Hasler.

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