Wien schnürt neues Paket für EPUs

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) mit Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (re.) und NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Ornig.
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) mit Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (re.) und NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Ornig.Helmut Graf
65.000 Ein-Personen-Unternehmen gibt es in Wien. Für sie hat die Stadt Wien ein 11,5 Millionen Euro schweres Corona-Hilfspaket geschnürt. 

Unternehmer, die Corona-bedingt ein neues Geschäftsmodell entwickeln oder Veränderungen an ihrem Geschäftsmodell vornehmen müssen, können bis zu 7.000 Euro bei der Wirtschaftsagentur Wienabholen. Insgesamt liegen im Fördertopf 10 Millionen Euro bereit.

Auf beim waff gibt es erstmals Förderungen für Ein-Personen-Unternehmer. Gefördert werden Aus- und Weiterbildung zur Stärkung der unternehmerischen Kompetenzen mit bis zu 2.000 Euro und 80 Prozent der Kurskosten. Darunter fallen Ausbildungen im kaufmännisch und betriebswirtschaftlichen Bereich sein (z.B. Buchhaltung, Controlling, Datenschutz, Wirtschaftsführerschein, Steuerrecht, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Büroorganisation), im digitalen Bereich (z.B. Optimierung des Social-Media-Auftritts, ECDL, Excel-Kurs, e-Rechnung, Photoshop, digitale Kommunikation) sowie im Bereich sprachliche Kompetenzen (z.B. Sprachkurse in Englisch und Deutsch, Business Englisch oder Wirtschaftsdeutsch). 1,5 Millionen Euro stellt der waff dafür bereit. Das EPU-Weiterbildungsprogramm "soll mithelfen, dass EPU nicht nur gut durch die Krise kommen, sondern in weiterer Folge zu Unternehmer werden, die auch Mitarbeiter einstellen", erklärt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) die Zielsetzung.

Regierung will Perspektive geben

"Gerade in Krisenzeiten ist es besonders wichtig, dass auch EPU ihre unternehmerischen Kompetenzen stärken und auf den letzten Stand bringen können. Ich bin daher sehr froh darüber, dass es dem waff gelungen ist in kurzer Zeit ein gänzlich neues Angebot für diese Zielgruppe auf die Beine zu stellen", ergänzte Bürgermeister Michael Ludwig bei der Pressekonferenz am Dienstag.

"Gerade EPU machen aufgrund der Corona-Maßnahmen zur Zeit einen staatlich verordneten Change-Prozess durch und sind unsicher, ob ihr Geschäftsmodell eine Zukunft hat. Genau da setzen wir mit unserem Förderangebot an und hoffen, eine Perspektive geben zu können. Besonders wichtig war uns in diesem Zusammenhang auch, dass bei den förderbaren Kosten auch ein Teil der eigenen Arbeitszeit förderbar ist. Denn gerade bei EPU gilt: Zeit ist Geld!", weiß NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Ornig. Start ist für beide Förderprogramme der 1. April.

"Wien Online"-Förderung geht in die nächste Runde

Eine Neuauflage kündigte Hanke für die 2020 lancierte "Wien Online"-Förderung an. Waren es in der ersten Runde 15 Millionen Euro, stellt die Stadt nun drei Millionen für "Wien Online Next" zur Verfügung. Betriebe werden mit bis zu 20.000 Euro unterstützt um neue digitale Vertriebskonzepte umzusetzen und neue Märkte zu erschließen. Dadurch sollen auch der Rückzug ins reine Onlinegeschäft und damit Leerstände verhindert werden.

Bilanz der bisherigen Corona-Hilfen

Die Stadtregierung nahm die Pressekonferenz am Dienstag auch zum Anlass, Bilanz über die bisherigen Corona-Hilfen zu ziehen: 2020 wurden von der Wirtschaftsagentur Wien insgesamt acht zusätzliche Corona-Förderungen neben den laufenden Unterstützungen für Wiens Unternehmen bereitgestellt. 4.332 Projekte wurden mit insgesamt 32 Millionen Euro gefördert. Darüber hinaus wurden von der Wirtschaftsagentur Wien rund 30.000 Beratungsgespräche geführt. "Die Bilanz der Maßnahmen zeigt, dass jeder Förder-Euro 2020 beinahe doppelt in die Wirtschaft zurückgeflossen ist. Digitalisierung bleibt auch weiterhin der wichtigste Hebel, damit unsere Unternehmen konkurrenzfähig sind und zukunftsfit bleiben", so Hanke.
Weitere fünf Corona-Maßnahmen hat die Stadt Wien über den waff mit rund 69 Mio. Euro auf den Weg geschickt.

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