Leser

Wiener bekommt nach Disco-Schlägerei kein Krankengeld

Ein Wiener arbeitete in einer City-Diskothek in der Garderobe, als er von einem Unbekannten niedergeschlagen wurde. Nun steht er vor dem Nichts.
Maxim Zdziarski
12.07.2023, 10:05
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Einer Auseinandersetzung in einer bekannten Club-Diskothek in der Wiener City veränderte schlagartig das Leben des 23-jährigen Momo. Der Wiener arbeitete am besagten Abend in der Garderobe, als es gegen 4 Uhr morgens zu einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Gästen kam.

Aus bislang unbekannten Gründen wurde Momo bei der Schlägerei schwer verletzt und anschließend in ein Spital eingeliefert. Die Diagnose: Bruch der Nasenwand, Augenhöhlendurchbruch, Gehirnerschütterung und eine Kieferverletzung. Bis heute muss der Wiener mit den gesundheitlichen Folgen leben: "Auf einem Auge ist meine Sehfähigkeit stark eingeschränkt."

Die mutmaßlichen Täter konnten von der Polizei mittlerweile ausgeforscht werden – die genauen Umstände des blutigen Streits müssen nun allerdings vor Gericht geklärt werden. Für den 23-jährigen Garderobenmitarbeiter ist seit dem Vorfall nichts mehr, wie es einmal war.

Seit sechs Monaten im Krankenstand

"Ich bin mittlerweile seit sechs Monaten im Krankenstand und habe auch zwei Operationen hinter mir", erzählt der Wiener im "Heute"-Talk. Dem nicht genug, bekommt er nur noch einen Bruchteil seines ursprünglichen Gehalts. Statt 1.300 Euro müsse er nun mit 400 Euro auskommen. "Das reicht natürlich vorn und hinten nicht aus", ärgert er sich.

Nach sechs Wochen übernimmt nämlich in der Regel die ÖGK die Entgeltfortzahlung des Geschädigten. Allerdings bekommt der 23-Jährige auch kein entsprechendes Krankengeld mehr überwiesen. Der Grund dafür ist offensichtlich ein einziger Zettel.

Entgeltbestätigung fehlte der ÖGK

Wie die Arbeiterkammer Wien auf "Heute"-Anfrage erklärt, habe der Dienstgeber keine Arbeits- und Entgeltbestätigung an die ÖGK geschickt. "Ein 'Klassiker' der Gesundheitskasse, der dazu führt, dass Versicherte zu lange keinerlei Bezüge haben", so ein Sprecher der AK Wien.

Schräg, skurril, humorvoll, täglich neu! Das sind die lustigsten Leserfotos.

Bildstrecke: Leserreporter des Tages

Dennoch haben die Geschädigten in solchen Fällen die Möglichkeit einen Krankengeld-Vorschuss zu beantragen. "Diese werden dann anhand der vorhandenen Daten berechnet", heißt es weiter. Momo will diese Möglichkeit nun nutzen, um an sein Geld zu kommen, sonst drohe ihm sogar die Obdachlosigkeit. 

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen