Sonne, Strand und Erholung – so hatten sich ein Wiener Paar mit zwei Kindern (4 und 7 Jahre) ihren Sommerurlaub auf der tunesischen Ferieninsel Djerba vorgestellt. Doch der 14-tägige Aufenthalt entwickelte sich zur echten Belastungsprobe.
Die Familie verbrachte ihren Urlaub von 8. bis 22. Juli 2026 in Djerba. Während die erste Woche in einem Hotel noch weitgehend problemlos verlief, sorgten in der zweiten Urlaubswoche extreme Hitze und massive Stromausfälle für chaotische Zustände.
Aufgrund der enormen Temperaturen kam es laut der Familie täglich zu stundenlangen Stromabschaltungen. Das gesamte Hotel lief während dieser Zeit nur über Notstrom. Selbst im Poolbereich funktionierte tagsüber auf den Toiletten nicht einmal mehr das Licht.
Auch die Zimmer wurden zur Hitzefalle. Vor dem Abendessen mussten sich die Urlauber in den völlig aufgeheizten Zimmern duschen. "Kaum war man fertig, war man wegen der Hitze sofort wieder komplett verschwitzt. An Abkühlung war überhaupt nicht zu denken", schildert die Familie.
Besonders dramatisch seien die Nächte gewesen. Laut der Familie wurde täglich gegen 22 Uhr der Strom abgeschaltet. Erst gegen 6 Uhr morgens sei die Stromversorgung wieder hergestellt worden.
Ohne funktionierende Klimaanlage waren die Zimmer kaum auszuhalten. Viele Gäste verließen deshalb mitten in der Nacht ihre Zimmer und suchten im Poolbereich etwas Erleichterung – obwohl dort selbst nachts noch rund 32 Grad herrschten.
"Schlafen war praktisch unmöglich. Es war einfach unerträglich heiß", berichten die Urlauber. Auch in der Lobby lief während der Stromausfälle keine Klimaanlage. Bereits um 9 Uhr morgens zeigte das Thermometer rund 38 Grad.
Besonders bitter war der Stromausfall ausgerechnet während des WM-Finales. Der Sohn der Familie hatte sich riesig auf das Spiel gefreut. Das Finale wurde im Amphitheater der Hotelanlage übertragen – doch kurz vor Beginn der Verlängerung fiel erneut der Strom aus.
"Für unseren Sohn war das eine riesige Enttäuschung", erzählt die Familie. Über das eigene Handy ließ sich das Spiel ebenfalls nicht weiterverfolgen. Wegen der Übertragungsrechte war der Livestream über österreichische Anbieter in Tunesien nicht verfügbar.
Erst in der Hotellobby gelang es einem einheimischen Mann, auf seinem Handy einen kleinen Teil des Spiels zu zeigen. Doch auch dort brach die Verbindung wegen des schlechten Empfangs immer wieder ab. Das entscheidende Tor und sogar die Pokalübergabe bekam die Familie letztlich nicht mehr zu sehen.
Am Flughafen erfuhr die Familie schließlich von anderen Reisenden, dass manche Hotels sogar noch stärker betroffen gewesen seien. Dort habe es während der Stromabschaltungen teilweise nicht einmal Licht in den Zimmern gegeben. Außerdem sei gegen Ende des Urlaubs immer häufiger von Wasserknappheit die Rede gewesen.
Die Wiener Familie hat deshalb einen klaren Rat für alle, die derzeit eine Reise nach Tunesien planen: "Packen Sie unbedingt eine Taschenlampe ein. Bei den regelmäßigen Stromausfällen kann sie Gold wert sein."