In Wien-Floridsdorf kam es in der Nacht auf Samstag zu unglaublichen Szenen. Ein 35-Jähriger war in Stammersdorf (Wien-Floridsdorf) mit seiner Frau (35) und den beiden Kindern vor dem Haus, um sich das Silvesterfeuerwerk anzusehen. Als Stefan (Name von der Redaktion geändert*) gegen 00.05 Uhr wieder nach Hause gehen wollte, sah er, wie einer der Nachbarn ihm aus dem Fenster winkte.
"Wir dachten zunächst, dass wir uns zu Neujahr beglückwünschen würden", erzählt Stefan gegenüber "Heute". Der Familienvater ahnte jedoch nicht, was in den nächsten Augenblicken passieren würde. Der Mann soll seinen Angaben zufolge einen Revolver auf ihn gerichtet haben. "Er schaute mich mit großen Augen an und sagte, dass Feuerwerkskörper verboten seien", erzählt der 35-Jährige.
Plötzlich soll der Nachbar auch auf seine Frau und die beiden Kinder (9, 6) gezielt haben – das Ehepaar stellte sich schützend davor. "Wir haben in den Lauf der Pistole schauen müssen. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an." Kurz nach der Bedrohung flüchtete die Familie in ihr Haus.
Auf dem Weg dorthin sah der Familienvater noch ein rotes Licht: "Es sah aus, als ob er uns mit einem Laserpointer anvisiert. Ich glaubte wirklich: jetzt drückt er ab. Wir rannten um unser Leben." Zu hause angekommen alarmierte Stefan sofort die Polizei. Etwa gegen 00.30 Uhr waren mehrere Beamte, darunter auch die Spezialeinheit WEGA, vor Ort.
Der Pistolen-Nachbar (68) wurde von den Beamten festgenommen. Wie die Polizei gegenüber "Heute" bestätigte, soll der 68-Jährige "nach einer Diskussion mit einem waffenähnlichen Gegenstand" auf seinen Nachbarn gezielt haben. Im Zuge einer Hausdurchsuchung wurden im Safe des Pensionisten mehrere Schusswaffen sichergestellt. Die Pistolen besaß der Mann legal.
"Es konnte nicht eruiert werden, ob er tatsächlich mit einer dieser Waffen gedroht habe", so ein Polizeisprecher im "Heute"-Gespräch. Der 68-Jährige wurde letztendlich einem Amtsarzt vorgeführt. Dieser entschied in weiterer Folge den Mann in häusliche Pflege zu entlassen. Momentan soll er von seiner Familie im besagten Haus betreut werden. Gegen ihn wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
Stefan und seine Familie stehen nach dem Vorfall am Silvesterabend weiterhin unter Schock: "Meine Kinder hatten riesige Angst, klammerten sich traumatisiert an ihre Stofftiere bis 3.30 Uhr." Das Paar musste ihnen immer wieder einreden, dass es nur eine Spielzeugwaffe gewesen ist und sie sicher sind.
"Wie kann es sein, dass der Mann uns mit einer Waffe bedroht und Stunden später einfach wieder auf freiem Fuß ist? Muss erst was Schlimmeres geschehen, bis gehandelt wird?", fragt er im "Heute"-Talk. Die Angst ist nun ein ständiger Begleiter der Familie. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Situation beruhigt und es zu keinen weiteren Eskalationen kommt.