Wiener gehen Autos waschen und müssen nun 540 € zahlen

Drei Wiener trafen sich Anfang Mai nachts, um ihre Autos bei einer Tankstelle zu waschen. Der Tankstellentreff kommt den Männern nun teuer zu stehen.

Als Nebo, Elvin und Enis am 1. Mai mit ihren Pkws bei einer Tankstelle in Wien-Döbling ihre Autos wuschen, ahnten sie noch nicht, wie teuer die abendliche "Spritztour" für sie werden würde. Wenige Tage später erreichte die Auto-Liebhaber plötzlich ein Brief mit einer horrenden Strafe in der Höhe von je 180 Euro. Für die Tankstellenkunden ist so eine Umgangsweise mit Kunden unverständlich – die Botschaft der Überwachungs-Firma hingegen unmissverständlich.

Drinks gekauft, Autos gewaschen und trotzdem abgestraft

Im "Heute"-Talk gab Enis klar zu verstehen, dass die Parkraumüberwachungsfirma das Trio zu Unrecht abstrafte: "Wir haben uns etwas zum Trinken gekauft und unsere Autos bei der Selbstbedienungswäsche gereinigt. Danach wischten wir unsere Autos trocken und sind wieder weggefahren", schilderte der abgestrafte Wiener den Vorfall am ersten Mai gegen 1.00 Uhr nachts. Zufälligerweise hielten sie die abendliche "Wasch-Tour" mit Fotos bei der SB-Wäsche und in der Tankstelle fest.

Parkunternehmen: "Tankstelle wird nachts von Jugendlichen missbraucht"

Auf Anfrage von "Heute" meinte das Parkunternehmen zum Vorfall am Staatsfeiertag: "Niemand bekommt eine Abmahnung, wenn man sein Auto an der Tankstelle waschen würde – auch nicht, wenn er zu lange reinigt". Die Tankstelle werde regelmäßig "an Wochenenden während der Nachtstunden von einer großen Anzahl von Jugendlichen missbräuchlich in Anspruch genommen", so ein Angestellter des Unternehmens.

Der Parkplatz der Tankstelle in der Heiligenstädterstraße habe sich zu einem Jugend-Treffpunkt entwickelt – verparkte Flächen und verängstigte, vor allem ältere Personen seien die Folge. Ebenso sollen sich Anrainer regelmäßig über Ruhestörungen und extreme Verschmutzungen beschwert haben – dafür sollen jetzt die drei Wiener zur Kasse gebeten werden.

Park-Firma: "15 Minuten Aufenthalt gestattet"

Der Auslöser der Strafen sei laut des Überwachungs-Unternehmens die Aufenthaltsdauer gewesen: "Natürlich ist das Autowaschen erwünscht, jedoch sind darüberhinausgehende Aufenthalte zeitlich begrenzt und für deren Einhaltung wurden wir beauftragt", erklärte der Zuständige der Parkraumkontrolle.

Hinweisschilder gäbe es laut dem Unternehmen vor Ort zu Genüge. "Es befinden sich am Gelände entsprechende Tafeln, die auf die Parkordnung hinweisen. Das Abstellen von Pkws ist ausschließlich auf den markierten Stellflächen und auch nur für die Dauer eines Einkaufes oder eines Tank- oder Reinigungsvorganges für maximal 15 Minuten gestattet", klärte der Parkraum-Mitarbeiter auf. Die Zeit für getätigte Einkäufe oder den Tank- bzw. Waschvorgang würde das Unternehmen getrennt berechnen.

Für Enis ist klar, dass diese Umgangsweise mit Kunden System hat: "Diese Firmen werden immer dreister und frecher, wir waren als Kunden in der Tankstelle und sind uns keiner Schuld bewusst!", bekräftigte der Wiener im Gespräch mit "Heute".

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