Bluttat im Gemeindebau

Wiener hilft Mädchen in Not, kassiert Messerstiche

Ein mutiger Jugendlicher griff ein und wurde zum Opfer: Eine Teenie-Bande stach ihn nieder.  Nun will seine Familie wegziehen.

Maxim Zdziarski
Wiener hilft Mädchen in Not, kassiert Messerstiche
In diesem Durchgang kam es zur brutalen Attacke: Die 36-Jährige mit ihrem Sohn (16).
Leserreporter

Am Heidjöchl in der Wiener Donaustadt spielten sich am Samstagabend blutige Szenen ab. Ein 16-jähriger Bursche war mit einem Freund im nahegelegenen Park Fußballspielen, als unweit von ihnen plötzlich ein Mädchen von Jugendlichen geschlagen wurde. Der mutige Teenager konnte nicht wegschauen, bewies Zivilcourage. "Mein Sohn sagte zu den Burschen, dass sie das nicht machen können und damit aufhören sollen", so seine 36-jährige Mutter.

Der Bande passte das Eingreifen des Lehrlings aber nicht. Sie drohten ihm und seinen Freund mit "Watschen". Wenig später tauchten etwa ein Dutzend weiterer Schläger auf.

Für Zivilcourage bestraft

Wie die Mutter eines der Opfer gegenüber "Heute" erzählt, soll die Bande ihren Sohn und seinen Freund umzingelt haben. Dann wurden sie beschimpft, festgehalten und mit Fäusten attackiert.

Bei dem Durcheinander gelang es den Teenagern schließlich zu flüchten. Doch selbst dann ließ einer der mutmaßlichen Täter nicht von seinem Opfer ab. Es soll sich dabei um einen amtsbekannten Schläger handeln, der den 16-Jährigen bis zu seiner Haustür verfolgte. "Die haben Videos davon gemacht und meinen Sohn sogar ausgelacht. Auch einen Zeugen hat es gegeben, der hat aber nicht die Polizei alarmiert", erzählt die Mutter des Opfers.

Messer-Attacke vor der eigenen Haustür

Bei einem Durchgang vor dem Gebäude soll der Verdächtige dann ein Messer gezückt und den Jugendlichen am Arm sowie am Ohr verletzt haben. Mit letzter Kraft schaffte es der 16-Jährige, sich wegzudrehen und in das Wohnhaus zu retten.

Seit dem Vorfall lebt der 16-Jährige in ständiger Todesangst. "Natürlich haben wir sofort eine Anzeige bei der Polizei erstattet. Aber der Täter ist nach wie vor auf freiem Fuß", so die schockierte Wienerin im "Heute"-Talk.

Wir haben Angst vor Racheaktionen und müssen hier wegziehen.
Vierfache Mutter aus der Wiener Donaustadt

Sie ist nach der blutigen Messer-Attacke im Gemeindebau auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Sicher fühle sie sich in dem Grätzl nämlich nicht mehr. "Wir sind mit unseren vier Kindern erst vor kurzem aus der Landstraße in die Donaustadt gezogen. Aber es ist furchtbar", so die 36-Jährige.

Ihr Sohn war nach der Attacke im Spital – er erlitt mehrere Prellungen, eine Gehirnerschütterung und zwei Schnittwunden. Aktuell erholt er sich. Während die Polizei ermittelt, hofft die Mutter, dass die brutale Schlägerbande endlich hinter Gittern landet.

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    Auf den Punkt gebracht

    • In der Wiener Donaustadt wurde ein Jugendlicher von einer Bande mit Schlägen und einem Messer verletzt, was dazu führte, dass die ganze Familie wegziehen muss
    • Der 16-jährige Bursche zeigte Zivilcourage, als er einem geschlagenen Mädchen helfen wollte, wurde aber daraufhin von der Jugendbande angegriffen und mit einem Messer verletzt
    zdz
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